Brandenburg

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Das Land Brandenburg setzt auf leistungsfähige Netzwerke, strategische Allianzen und den zielgerichteten Ausbau von Forschungsverbünden – einschließlich neuer Formen institutioneller Vernetzung und struktureller Kooperation.

Mit „Joint Labs“ als besonderem Kooperationsmodell zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist Brandenburg sehr erfolgreich. Brandenburg ist darüber hinaus in den Leibniz-Forschungsverbünden mit dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) als Koordinator des Verbundes „Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung“ sowie dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) als Koordinator des Verbundes „Historische Authentizität“ sowie einer Vielzahl weiterer Beteiligungen außerordentlich präsent.

Um die Position der europäischen Halbleiter- und Elektronikindustrie im globalen Wettbewerb zu stärken, haben zwei Institute der Leibniz-Gemeinschaft, darunter das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP), Frankfurt (Oder), gemeinsam mit elf Instituten des Fraunhofer-Verbunds Mikroelektronik ein Konzept für eine standortübergreifende Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland erarbeitet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die dafür notwendigen Investitionen.

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, Bereich Polymermaterialien und Composite (PYCO), verstärkt im Rahmen des Fraunhofer-Kooperationsprogramms mit Fachhochschulen die Zusammenarbeit mit der TH Wildau. Die dafür eingerichtete gemeinsame W2-Fachhochschul-Professur leitet die Fraunhofer-Forschungsgruppe auf dem Gebiet der Thermosets im Leichtbau zur Erschließung gemeinsamer Potenziale für den Innovationsprozess.

Das Land Brandenburg unterstützt das Fraunhofer-Leistungszentrum „Integration biologischer und physikalisch-chemischer Materialfunktionen“, das gemeinsam von den Fraunhofer-Instituten für Angewandte Polymerforschung (IAP), und für Zelltherapie und Immunologie, Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse (IZI-BB), koordiniert wird. Es verfolgt das Ziel, wissenschaftliche Kompetenzen im Bereich der Materialforschung aus verschiedenen Wissenschaftsorganisationen zu bündeln und somit zur Stärkung der Forschungs- und Industrieregion Brandenburg-Berlin und damit auch der Wirtschaft beizutragen.

Das Land Brandenburg setzt auf eine starke anwendungsorientierte Forschung mit nachhaltiger Weiterentwicklung im Umfeld der Brandenburgischen Universitäten und unterstützt derzeit drei Projektgruppen (eine im Bereich Mikrobiologie am Standort Cottbus und zwei im Bereich Biotechnologie am Standort Senftenberg), die gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft Projektgruppen hier etabliert wurden. Eine weitere Fraunhofer-Projektgruppe im Bereich der kognitiven Technologien soll ab 2019 am Standort Cottbus etabliert werden.

Das IHP entwickelt gemeinsam mit IPMS-ISS (Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS, Dresden; Institutsteil Integrierte Silizium-Systeme / Integrated Silicon Systems) und der BTU sowie weiteren Partnern Konzeptideen zu Forschung und Entwicklung im Bereich der Mikroelektronik, um neue Impulse auch für die Lausitz zu setzen.

Die „Innovationsinitiative Landwirtschaft 4.0“ des Leibniz-Forschungsverbundes „Lebensmittel & Ernährung“ der Leibniz-Institute für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB), für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), für innovative Mikroelektronik (IHP) und für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) sowie weiterer Partner (u.a. DIfE, PIK) bereitet Forschungsanträge für Verbundprojekte vor, die sich u.a. mit Fragen zu Möglichkeiten und Risiken einer digitalisierten landwirtschaftlichen Produktion der Zukunft, mit Umwelt- und Ressourcenschutz, mit Wertschöpfungsketten und der Relevanz von Konsumentenentscheidungen auseinandersetzen sollen.

Das nach Entscheidung des BMBF in 2015 für weitere fünf Jahre geförderte Zentrum für Innovationskompetenz (innoFSPEC) in Potsdam (AIP und UP) hat das Ziel, sich durch exzellente Grundlagenforschung und innovative Technologielösungen für Fasersensorik und Vielkanalspektroskopie zu einem international führenden Zentrum auf diesem Gebiet zu entwickeln.

Durch die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) des Bundes und der Länder werden zum Ausbau der Forschungs- und Entwicklungskompetenz in den einzelnen Clustern/ Branchen GRW-Netzwerke gezielt gefördert, die Unternehmen wie auch Wissenschaftseinrichtungen umfassen. Die regionale Schwerpunktsetzung und intelligente Spezialisierung hat für das Land Brandenburg hohe Priorität und erfolgt länderübergreifend im Rahmen der Gemeinsamen Innovationsstrategie Berlin-Brandenburg (innoBB). Schwerpunkt ist hierbei die Weiterentwicklung der folgenden fünf für die gesamte Region besonders relevant eingeschätzten Cluster: Gesundheitswirtschaft/Energietechnik/Verkehr, Mobilität und Logistik/IKT, Medien und Kreativwirtschaft/Optik und Photonik. Zusätzlich werden die Potenziale in den vier brandenburgspezifischen Clustern Ernährungswirtschaft, Kunststoffe und Chemie, Metall sowie Tourismus entwickelt (innoBB plus). Die Umsetzung von innoBB plus wird insbesondere aus Mitteln des EFRE im Rahmen des Schwerpunktes „Innovation“ im Operationellen Programm 2014–2020 unterstützt.

(aktualisiert im September 2018)