Neue Klimaschutz-App für Kassel motiviert zum CO2-Sparen

Im Forschungsprojekt „LESS is more“ – das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert wird und an dem auch das „go-cluster“-Mitglied deENet als Projektpartner beteiligt ist – wurde kürzlich die „klimo App“ gelauncht. Diese hilft den Bürgerinnen und Bürgern Kassels den persönlichen CO2-Fußabdruck zu bestimmen und zu reduzieren.

Titelbild des Projektes less is more
© Crowdfunding: Bro Vector – stock.adobe.com
Less is more

Eine sichere und unabhängige Energieversorgung zu unterstützen und die Energiewende zu beschleunigen ist aktuell wichtiger denn je und für viele Menschen ein großes Anliegen. Die neue klimo App gibt allen Kasselerinnen und Kasselern die Chance selbst aktiv zu werden, indem sie CO2 einsparen und den regionalen Klimaschutz vorantreiben. Sie motiviert selbst etwas zu verändern und gibt hilfreiche Tipps für unterschiedliche Lebensbereiche.

Gemeinsam für den Klimaschutz

Die klimo App ist das Herzstück des Projektes „LESS is more“. Das dreijährige Projekt wird vom BMWK mit 1,7 Mio. Euro gefördert und unter der Leitung des House of Energy durchgeführt. Als Projektpartner sind neben dem „go-cluster“-Mitglied deENet und dem Berliner Startup twigbit die deENet-Clustermitglieder Universität Kassel und das Fraunhofer IEE beteiligt. Die Universität Kassel analysiert dabei das Nutzendenverhalten und verbindet hier ökologische, ökonomische und soziokulturelle Aspekte. Das Fraunhofer IEE hat die wissenschaftliche Grundlage für die CO2-Berechnung und Bilanzierung innerhalb der App geschaffen. Die Stadt Kassel und in der Region ansässige Unternehmen unterstützen das Vorhaben.

Transparenz hilft CO2-Einsparmöglichkeiten zu erkennen

Die Kernidee der klimo App ist es, den Bewohnerinnen und Bewohnern Kassels direkt vor Augen zu führen, wie ihr CO2-Fußabdruck zustande kommt und wie sich dieser zusammensetzt: Wie groß ist die Wohnung und wie viele Personen bewohnen diese? Wie wird die Wohnung beheizt? Welche Verkehrsmittel werden benutzt und wie ist die Ernährungsweise? Die Antworten auf diese und weitere Fragen ergeben den persönlichen CO2-Fußabdruck, der in Kassel durchschnittlich bei 10,05 Tonnen und in Deutschland bei 11,15 Tonnen pro Jahr und pro Person liegt. Dann haben die App-Nutzenden die Möglichkeit entweder an vielen individuell vorgeschlagenen Challenges teilzunehmen, z. B. eine Woche auf Streaming-Angebote zu verzichten, Duscheinheiten zu reduzieren, Milchalternativen auszuprobieren oder ein regionales und nachhaltiges Projekt finanziell zu unterstützen https://klimo.ecocrowd.de. In Kürze soll es zusätzlich auch virtuelle Belohnungen geben, die einen Anreiz schaffen sich noch klimafreundlicher zu verhalten. Auch regionale Partnerunternehmen werden Angebote machen, die sich für App-Nutzende lohnen. Zusätzlich werden die App-Nutzenden über klimarelevante Neuigkeiten informiert, erhalten hilfreiche Ratgeber-Tipps und Informationen über lokale Klimaschutz-Projekte. Die App schärft damit das Bewusstsein für den Klimaschutz und gibt spielerisch Tipps, was besser gemacht werden kann.

Vorbild für andere Kommunen

Mit der klimo App will Kassel Vorreiter für andere Kommunen sein. Wenn Kassel mit gutem Beispiel vorangeht, werden die positiven Effekte der klimo App auch andere Kommunen anspornen, ebenfalls ein solches Instrument zu etablieren. Die Projektergebnisse sollen auf weitere Städte übertragen werden.

Die App kann ab sofort kostenfrei über die Homepage https://www.klimo.app oder direkt imApp-Store heruntergeladen werden.

Profilbild Dr. Matthias Jahnke
© deEnet
Dr. Matthias Jahnke
Dr. Matthias Jahnke, Geschäftsführer deENet

„Der Unterschied zu anderen Klima-Apps ist, dass bei „LESS is more“ die Energiewende lokal durch die Endverbrauchenden vorangetrieben wird und das persönliche Verhalten im Fokus steht. Und es bietet regionalen Klimaschutzprojekten eine Plattform. Damit ist „LESS is more“ ein wichtiges Projekt, um die Energiewende in der Region Nordhessen voranzubringen.“

deENet

deENet ist ein Kompetenznetzwerk für dezentrale Energietechnologien, Energieeffizienz und Klimaschutz. Das Netzwerk mit über 100 Mitgliedern besteht aus Start-ups, mittelständischen und Großunternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und Privatpersonen. Durch die Kooperation mit dem Regionalmanagement Nordhessen wird eine effektive Zusammenarbeit mit den nordhessischen Landkreisen und der Stadt Kassel gefördert. Der enge Austausch mit Landes- und Bundesinstitutionen gewährleistet dabei Unterstützung für innovative Vorhaben. Den Nährboden bilden zahlreiche Akteure aus unterschiedlichsten Kompetenzbereichen, wie beispielsweise die Mitglieder, Partnerinnen und Partner sowie Fördererinnen und Förderer.