Meldung
15.08.2019

BMBF gibt Startschuss für Zukunftscluster

Die Schlagkraft regionaler Netzwerke nutzen, um aus exzellenter Forschung die Innovationen der Zukunft entstehen zu lassen: dafür steht die neue Zukunftscluster-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Deutschland braucht bundesweit schlagkräftige Innovationsnetzwerke, damit technologische und soziale Innovationen aus der Spitzenforschung schneller im Alltag der Menschen ankommen. Daher fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ab sofort unter dem Motto „Cluster4Future” die Entwicklung einer neuen Generation regionaler Innovationsnetzwerke in ganz Deutschland. Die Richtlinie zur Zukunftscluster-Initiative wurde am 14. August 2019 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Ob zukunftsweisende Mobilitäts- und Kommunikationslösungen, personalisierte Ansätze in der Medizin oder eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – die Zukunftscluster sollen exzellente Forschungsergebnisse frühzeitiger auf Markt- und Anwendungspotenziale prüfen, Innovationsprozesse zügiger in Gang setzen und cross-disziplinäre Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft sowie Gesellschaft erproben. Sie sind offener, dynamischer und mutiger als bisherige Ansätze und werden Deutschlands zukünftige Innovationsfähigkeit prägen. Für die Flaggschiff-Initiative aus der Hightech-Strategie 2025 zur Förderung des Wissens- und Technologietransfers stellt die Bundesregierung insgesamt bis zu 450 Millionen Euro zur Verfügung. Der Förderbeginn der Konzeptionsphase ist für Anfang 2020 vorgesehen.

BMBF investiert 450 Millionen in regionale Innovations-Cluster – Startschuss für Zukunftscluster
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BMBF gibt Startschuss für Zukunftscluster

Die Vision

Als neues Flaggschiff der Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung leisten die Zukunftscluster einen besonderen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer. Sie knüpfen mit dem regionalen Ansatz der Clusterförderung unmittelbar an die Spitzenforschung an und sorgen so dafür, dass technologische sowie soziale Innovationen schneller im Alltag der Menschen ankommen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, dass Deutschland seine starke Position unter den weltweiten Innovationsführern behaupten kann und die Herausforderungen in wichtigen Zukunftsfeldern meistert – ob neue Mobilitäts- und Kommunikationslösungen, die Gestaltung von Wirtschaft und Arbeit 4.0, personalisierte Ansätze in der Medizin oder innovative Beiträge für eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft. Mit der Zukunftscluster-Initiative startet der Wettbewerb um die besten Ideen für neue Wertschöpfung in Deutschland.

Von exzellenter Forschung zu exzellenten Innovationen

Deutschlands Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind im Bereich der grundlegenden Forschung exzellent aufgestellt. Mit der Exzellenzstrategie und den Wissenschaftspakten geben wir der Spitzenforschung eine dauerhafte Perspektive. Entscheidend ist aber auch, dass der Transfer vielversprechender Forschungsergebnisse in Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich funktioniert. Hier können wir uns noch verbessern. Mit unseren Zukunftsclustern verknüpfen wir Deutschlands Spitzenforschung frühzeitiger mit Fragen der Anwendbarkeit und setzen Innovationsprozesse zügiger in Gang. So werden aus den besten Ideen schnell neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen.

Regionale Spitzenstandorte als schlagkräftige Innovationsnetzwerke

Wir fördern Spitzenstandorte in ganz Deutschland und sorgen dafür, dass aus wissenschaftlichen Hotspots schlagkräftige regionale Innovationsnetzwerke werden. Denn besonders erfolgreich gelingt der Transfer aus der Forschung in die Anwendung dort, wo sich geografisch konzentrierte Partnerschaftsstrukturen mit einer langfristigen Perspektive entwickeln. Überall wo Ideen aufkeimen, bedarf es verlässlicher Partner zur Umsetzung. Regionale Innovationsnetzwerke stehen für eine vertrauensbasierte Zusammenarbeit aller relevanten Akteure in einer Region entlang einer gemeinsamen Strategie für ein gemeinsames Themen- oder Technologiefeld. Mit den Zukunftsclustern wollen wir unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen einer Region neu bündeln und so die Silicon Valleys von morgen entstehen lassen.

Mutige Wege für den Wissens- und Technologietransfer

Als nächste Generation von regionalen Innovationsnetzwerken sind die Zukunftscluster dynamischer und risikofreudiger als je zuvor. Sie stehen für Pioniergeist, Kreativität und gemeinschaftliche Stärke. Zukunftscluster verkörpern eine offene Innovations- und Wagniskultur, in der sich relevante Partner in aufkeimenden Technologie- und Wissensfeldern neu vernetzen. So entstehen branchen-, themen-, technologie- und disziplinübergreifende Kooperationen, die neue Impulse setzen und Grenzen überwinden. Dafür verlassen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ausgetretene Pfade, überwinden systemische Grenzen und schaffen neue Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Disziplinen, zwischen Nutzerinnen und Nutzern, Anbietern und Produzenten.

Die Förderung

Zeitstrahl Zukunftscluster-Initiative
Zeitstrahl Zukunftscluster-Initiative
© Projektträger Jülich, Forschungszentrum Jülich GmbH

Die Zukunftscluster-Initiative ist als wettbewerbliches Verfahren ausgelegt. Ausgewählt werden solche Forschungsansätze, die gemäß der Richtlinie zu den Zielen der Förderinitiative am stärksten beitragen. Der Maßnahme liegt das abgebildete Förderschema zugrunde. Demnach gilt:

  • Gefördert wird die Entwicklung von herausragenden regionalen Clustern in Innovationsfeldern mit hohem Wachstumspotential in bis zu drei Umsetzungsphasen über jeweils drei Jahre. Cluster im Sinne der Richtlinie sind Innovationsnetzwerke, die eine kritische Masse an innovationstreibenden Akteuren innerhalb einer Region und eines neuen Forschungs- und Innovationsfeldes zusammenschließen.
  • Vorgesehen sind mehrere Wettbewerbsrunden, die jeweils gesondert bekanntgegeben werden. Je Wettbewerbsrunde werden voraussichtlich fünf bis sieben Cluster gefördert.
  • Der jeweils ersten Umsetzungsphase einer Wettbewerbsrunde geht ein zweistufiger Auswahlprozess voraus. Dieser umfasst die Einreichung einer Wettbewerbsskizze durch eine antragsberechtigte Organisation sowie eine sechsmonatige Konzeptionsphase. Aus den jeweils vorliegenden Wettbewerbsskizzen werden bis zu 15 für die Konzeptionsphase ausgewählt.
  • Die sechsmonatige Konzeptionsphase wird mit bis zu 250.000 Euro gefördert. Projekte der Konzeptionsphase können nur gefördert werden, wenn es sich um nichtwirtschaftliche Tätigkeiten handelt. Es wird ein Eigenanteil von mindestens 20 % erwartet. Die Phase dient dazu, die vorab in einer Wettbewerbsskizze präsentierten Ideen und Ansätze weiter auszuführen. Es werden eine Forschungs- und Innovationsstrategie sowie zur Umsetzung notwendige Vorhaben erarbeitet. Die Konzeptionsphase sollte von einer Organisation geführt und koordiniert werden, die in der Region eine führende Rolle in den Forschungsfragestellungen einnimmt, welche die thematische Grundlage dieser Strategie bilden. Dazu muss sie über eine nachweislich ausgezeichnete Vernetzung mit den für einen Cluster relevanten Akteuren verfügen.
  • Zur Förderung in der Umsetzungsphase ausgewählt werden die Wettbewerbsbeiträge mit besonders aussichtsreichen Strategien und Projekten. Für jede der drei maximal möglichen, aufeinander aufbauenden dreijährigen Umsetzungsphasen stehen pro gefördertem Cluster und Jahr Fördermittel in Höhe von bis zu 5 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei sehen die drei Umsetzungsphasen eine zunehmende – auch finanzielle – Beteiligung der Wirtschaft verbunden mit einer zunehmenden Etablierung der Clusterstrukturen und einer zunehmenden Anwendungsorientierung der geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben vor.
  • Unter Berücksichtigung der zulässigen Beihilfeintensitäten und unter der Voraussetzung einer angemessenen Eigenbeteiligung - bei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten - wird ein über alle Förderprojekte der jeweiligen Umsetzungsphase gemittelter Eigenanteil von mindestens

    • 20 % für die 1. Umsetzungsphase,
    • 35 % für die 2 Umsetzungsphase und
    • 50 % für die 3. Umsetzungsphase erwartet.
  • Die Förderung in einer nachfolgenden Phase setzt eine positive Begutachtung der Ergebnisse der vorhergehenden Phase voraus und steht unter dem Vorbehalt der Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel.
  • Am Ende einer Umsetzungsphase ist zur Fortsetzung der Förderung in einer nachfolgenden Phase, die Strategie weiterzuentwickeln und sind Anträge der für ihre Umsetzung erforderlichen weiteren Projekte einzureichen.


Die Auswahl der Konzepte und Cluster sowie die Entscheidung zum Übergang in eine höhere Umsetzungsphase wird auf der Grundlage aussagekräftiger Kriterien durch eine hochrangig besetzte, unabhängige Jury erfolgen.