Meldung
16.09.2024

Rückblick „go-cluster“-Konferenz 2024: Fachkräftebedarf

Am 12. September 2024 war es wieder soweit: Auf der traditionellen Jahreskonferenz des Programms „go-cluster“ traf sich in den Konferenzräumen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die deutsche Clustercommunity. Unter dem Jahresleitthema „Fachkräftebedarf“ wurde über neue Perspektiven und effektive Maßnahmen diskutiert, um diesem zu begegnen. Spannende Vorträge und Fachsessions gaben dabei einen praxisnahen Einblick in aktuelle Projekte. Es wurde klar: Clusterorganisationen bringen ideale Voraussetzungen mit, um nötige innovative Prozesse und Initiativen zur Fachkräftesicherung anzustoßen.

Von links nach rechts: Robert Peters und Marc Brandt während der Konferenz
V. l.: Robert Peters (VDI/VDE-IT) und Marc Brandt, IBE Ludwigshafen, vom Projekt InSkills2Go während der Speed-Session
© Fabian Sommer, BMWK
Rückblick „go-cluster“-Konferenz 2024: Fachkräftebedarf

In ihrer Eröffnungsrede begrüßte Christina Decker, Leiterin der Abteilung „Digital- und Innovationspolitik“ im BMWK, mehr als 100 Teilnehmende und betonte die Bedeutung des Fachkräftebedarfs als eine der „größten Herausforderungen unserer Zeit.“ Sie machte deutlich, dass das Zusammenwirken von Digitalisierung, demografischer Entwicklung und Dekarbonisierung den Arbeitsmarkt in Deutschland quantitativ und qualitativ weiter stark verändern werden. Daher brauche es eine gute Strategie, um den Wohlstand in Deutschland zu sichern, die soziale Stabilität zu fördern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren.

Mit der branchenübergreifenden Fachkräftestrategie hat die Bundesregierung seit Herbst 2022 daher Maßnahmen ergriffen, die Attraktivität von Aus- und Weiterbildung zu stärken, Arbeit familienfreundlicher und zukunftsfähiger zu machen und die Einwanderung von ausländischen Fachkräften zu erleichtern. Zu diesen Maßnahmen zählt beispielsweise die Allianz für Aus- und Weiterbildung. Unter der Federführung des BMWK besteht sie aus wichtigen Stakeholdern aus dem Bereich der dualen Ausbildung und setzt sich für die Stärkung der Qualität der Ausbildung und vor allem der Attraktivität der dualen Ausbildung für junge Leute ein.

In ihrer Begrüßung betonte Frau Decker die besondere Rolle von Clusterorganisationen. Sie können relevante Akteure zusammenzubringen, Kooperationen initiieren und dabei vor allem KMU mitnehmen. In ihrer Schlüsselrolle gelingt es Clustern, Ressourcen gewinnbringend zu bündeln und gemeinschaftlich Herausforderungen anzugehen.

Motivierende Keynote und praxisnahe Fachsessions

Für einen motivierenden Einstieg in das Thema der Konferenz sorgte Sibylle Stippler vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln und Leiterin des Themenclusters Berufliche Qualifizierung & Fachkräfte. In ihrer Keynote machte sie deutlich, dass wir alle die Arbeitswelt von morgen mitgestalten können. Wir können neues Denken etablieren („Mindset Shift“), die Produktivität durch Digitalisierung und Automation steigern und die Qualifizierung verbessern, um Bedarf und Angebot besser in Einklang zu bringen. Dabei sollten wir in- und ausländische Potenziale mehr aktivieren, z. B. durch attraktivere Rahmenbedingungen und mehr Flexibilität.

Grafik zum Thema Fachkräftebedarf
Grafik zum Thema Fachkräftebedarf
© AnjaRiese.com
Rückblick „go-cluster“-Konferenz 2024: Fachkräftebedarf

Ganz praktisch wurde in drei parallelen Fachsessions anschließend über innovative Ansätze für regionales Fachkräftemarketing, New Work und die Zukunft der Arbeit sowie die Potenziale und Synergiemöglichkeiten durch KI im modernen Arbeitsalltag diskutiert. Mit jungen Experten und Expertinnen, wie der Arbeitspsychologin Susanne Renate Schneider konnten die Teilnehmenden Erfahrungen austauschen, welche Rolle beispielsweise Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz übernehmen und dadurch der Fachkräftebedarf verringert werden kann. Ronja Ebeling, freie Journalistin, berichtete von ihren Erfahrungen in der Beratung von Unternehmen und öffnete den Horizont der Teilnehmenden auf die Potenziale, die die neue Generation von Fachkräften mit sich bringt. Und Josephine Gauselmann stellte ein neues Arbeitsmodell der AWO Mönchengladbach vor, das zeigt, wie flexibel und zukunftsfähig Arbeit funktionieren kann.

Bereichert mit neuen Eindrücken, erhielten die Konferenzteilnehmenden am Nachmittag in einer interaktiven Speed-Session die Möglichkeit, neben zwei Projektbeispielen zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte und zu Weiterbildungs- und Qualifizierungsansätzen, eigene Projekte und Initiativen kurz vorzustellen und so den Erfahrungsaustausch anzuregen. Das Programm „go-cluster“ des BMWK wird zum Leitthema #Fachkräftebedarf seinen Mitgliedern in diesem Jahr noch verschiedene weitere Services (s. Veranstaltungsübersicht) anbieten. Denn der Bedarf und die Nachfrage sind hoch.

Ehrung des ClusterERFOLGS 2024 und Matchmaking

Neben der Vermittlung wichtiger und spannender Inhalte gab es im Rahmen der „go-cluster“-Konferenz auch etwas zu feiern: Das Cluster biosaxony wurde für sein Projekt „QualiBioPharma“ zum Gewinner des diesjährigen ClusterERFOLGS 2024 durch Abstimmung der Teilnehmenden live gekürt. Im Rahmen des Projekts werden Branchenfremde durch eine dreimonatige praxisnahe Qualifizierung für pharmaindustrielle Produktionstätigkeiten im Labor angelernt und können direkt im Anschluss bei Unternehmen einsteigen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig und dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie leistet biosaxony damit einen entscheidenden Beitrag, dem Fachkräftebedarf in Sachsen zu begegnen.

Auch das persönliche Vernetzen in Präsenz kam nicht zu kurz: Per Matchmaking konnten die Teilnehmenden den Austausch untereinander fortsetzen und neue Kontakte knüpfen.