Meldung
02.07.2025
„go-cluster“-Kampagne: Clustermanagements stellen sich vor ...
In der „go-cluster“-Kampagne stellen sich Mitarbeitende aus Clustermanagements vor und sprechen über die Mitgliedschaft im Programm „go-cluster“ des BMWE. Im Juli stellt sich Norbert Reichl von der Food-Processing Initiative e. V. vor.
Name: Norbert Reichl
Funktion: Geschäftsführer
Cluster: Food-Processing Initiative
Branche: Ernährungswirtschaft
Im Cluster seit: 1996
Zukunft entsteht, wenn Kompetenz auf Vernetzung trifft und Innovation nachhaltig gedacht wird.
1. Wann sind Sie das erste Mal mit dem Berufsfeld Clustermanagement in Kontakt gekommen?
Was hat Sie bewogen, Clustermanager zu werden? Welchen Bezug haben Sie zur Branche Ihres Clusters?
Als ich vor 27 Jahren bei der „Landesinitiative Food-Processing NRW“ anfing – damals ein Drittmittelprojekt an der FH Bielefeld – war das Berufsfeld Clustermanagement meines Wissens in Deutschland noch gar nicht etabliert. Ich startete als Projektmanager mit dem Hintergrund eines sozialwissenschaftlich geprägten VWL-Studiums mit Schwerpunkten in Wirtschafts- und Sozialpsychologie sowie Politikwissenschaften. Porters Cluster-Ansätze kannte ich, wusste aber nichts von politischen Initiativen dazu – damals nannte man es in NRW Landesinitiative oder Kompetenznetzwerk.
Zur Ernährungswirtschaft hatte ich keine berufliche Verbindung und Clustermanagement war keine bewusste Karriereentscheidung. Der Job ist mir aber ans Herz gewachsen – sonst wäre ich nicht 27 Jahre geblieben.
Was mich bis heute begeistert: mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung an zentralen Zukunftsthemen zu arbeiten, um mit unterschiedlichen Perspektiven der Akteure in systemischen Prozessen nachhaltige Lösungen für den Sektor zu entwickeln. Das ist oft herausfordernd, aber vor allem bereichernd und motivierend.
2. Was sind Ihre konkreten Tätigkeiten im Cluster? Welche Mehrwerte schaffen Sie für Ihre Mitglieder?
Die Ernährungswirtschaft steht – wie viele andere Branchen – vor großen Herausforderungen und sollte vorausschauend handeln: Technologische Entwicklungen, Fachkräftemangel und Krisen fordern neue, nachhaltige und innovative Lösungen, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Resilienz der Unternehmen zu stärken. Wir unterstützen Unternehmen bei zentralen Themen der Lebensmittelwirtschaft – von Qualitätssicherung über nachhaltige Produktion und alternative Proteinquellen bis zu Personalentwicklung und Digitalisierung.
Unser Ziel: neues Wissen vermitteln und in die praktische Umsetzung bringen. Dabei hilft uns unser starkes Netzwerk aus Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Wir analysieren, beraten, entwickeln Lösungen, vermitteln Kontakte im Innovations-Ökosystem und begleiten Unternehmen von der Idee bis zur Umsetzung. Mit unserer Erfahrung wissen wir, wer bei welcher Herausforderung helfen kann. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern gestalten wir aktiv Zukunft.
Wissen und Impulse teilen wir auch auf unseren Veranstaltungen, etwa den öffentlichen Food Foren zu Themen wie Standards „IFS Food & Lebensmittelrecht“, dem Mitgliederformat „FPI – Mach MIT!“ und unserem diesjährigen Jubiläums Fachprogramm „SMART BITES 2025“ am 09.09.2025 in der Wissenswerkstadt Bielefeld. Die Themen dort sind so vielfältig wie die Herausforderungen: von „alternativlosen“ Proteinen zu KI-gestützter Produktentwicklung bis zur internationalen, „mission driven“ Zusammenarbeit bei Innovationsvorhaben. Und natürlich kommt der Austausch mit anderen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Organisationen, Wirtschaftsförderungen und Politik nicht zu kurz. Denn oft finden sich – so unsere Erfahrung – gute, nachhaltige Lösungen im Miteinander. Im Kern geht es darum, neues Wissen in die Praxis zu bringen, Akteure mit ihren unterschiedlichen Expertisen zu vernetzen, die gemeinsam Innovationen gestalten wollen, und passende Förderprogramme zu nutzen, um neue Lösungen zu entwickeln und praktisch zu erproben.
3. Welche Mehrwerte bietet Ihnen und Ihren Mitgliedern das Programm „go-cluster“? Welche Angebote und Service aus „go-cluster“ helfen Ihnen besonders bei der Weiterentwicklung des Clusters?
Seit unserem Einstieg in den Benchmark-Prozess 2011 und dem Erhalt des Bronze-Labels war für uns klar: Die gezielte Auseinandersetzung mit der eigenen Clusterentwicklung ist nicht nur wichtig, sondern äußerst wertvoll. Bis 2015 haben wir uns konsequent weiterentwickelt – und wurden mit dem Silber Label ausgezeichnet. Seitdem nutzen wir die Zertifizierung als festen Bestandteil unseres kontinuierlichen Verbesserungsprozesses: Sie motiviert uns, unsere Leistungen und Angebote für die Mitglieder regelmäßig zu reflektieren, weiterzuentwickeln und neue Impulse zu setzen.
Besonders hilfreich empfinden wir den strukturierten Blick auf unsere Weiterentwicklungsbereiche – ein moderierter Reflexionsprozess, der uns nicht nur intern stärkt, sondern auch zu neuen, passgenauen Angeboten für unsere Mitglieder führt. Denn erfolgreiche Cluster leben vom Miteinander und dem Mehrwert für die Mitglieder. Das Programm go-cluster unterstützt diesen Ansatz in ausgezeichneter Weise: durch wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten, praxisnahe Seminare und die Möglichkeit, eigene Themen über den Newsletter sichtbar zu machen. Für uns ist das Silber Label deshalb mehr als ein Zertifikat – es ist ein Werkzeug zur Qualitätssicherung, zur Sichtbarkeit und zur Weiterentwicklung im Sinne aller Beteiligten.
4. Was sind Ihre Highlights aus der Zusammenarbeit mit dem Progra mm „go-cluster“?
Die Auszeichnung mit dem Bronze- und später dem Silber-Label wurde für uns nicht nur als Qualitätsnachweis wahrgenommen – sie hat auch unsere Sichtbarkeit im In- und europäischen Ausland deutlich erhöht. go-cluster war für uns das Sprungbrett in die internationale Clusterwelt: Über die European Cluster Collaboration Plattform konnten wir gute Kontakte knüpfen, an zahlreichen EU-Projekten mitwirken und ein starkes, vertrauensvolles Netzwerk aufbauen.
Ein Highlight hierbei: der Gewinn der Clusterpartnerschaft 2022 im Rahmen der European Cluster Conference als Teil des S3FOOD-Konsortiums. Heute sind wir aktiver Partner in der etablierten Initiative „Smart Solutions 4 Agri-Food“ (www.ss4af.com) – einer europäischen Kooperation, in der Food- und ICT-Cluster miteinander lernen, sich gegenseitig inspirieren und innovative Förderansätze wie Cascade Funding gemeinsam nutzen, um die „twin transition“ für die Unternehmen zu ermöglichen. In Zeiten dynamischer Veränderungen setzen wir auf Offenheit, lebenslanges Lernen, Flexibilität und Zuversicht – und darauf, gemeinsam mit starken Partnern die Zukunft aktiv zu gestalten.