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01.07.2024
„go-cluster“-Kampagne: Clustermanagements stellen sich vor ...
In diesem Beitrag der „go-cluster“-Kampagne "Clustermanagements stellen sich vor" gibt Dr. Julia Schaft, Managing Director vom BioRN Network e.V, einen Einblick in ihre Arbeit – und in die Mitgliedschaft im Programm „go-cluster“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).
Name: Dr. Julia Schaft
Funktion: Managing Director
Cluster: BioRN Network e.V, BioRN Clustermanagement GmbH
Branche: Life Sciences
im Cluster seit: 2016, seit 2018 in der Funktion des Managing Directors
„Clustermanagement verbindet regionale Stakeholder und treibt durch auf die Bedürfnisse zugeschnittene Maßnahmen das Wachstum des Ökosystems voran.“
1. Was hat Sie bewogen, Clustermanager bzw. Clustermanagerin zu werden?
„Ich bin promovierte Biologin und habe meine Promotion an der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie dem Europäischen Molekular Biologischen Laboratorium (EMBL) Heidelberg absolviert.
Danach habe ich in der Forschungsabteilung einer In-Vitro-Fertilisationsklinik in Sydney (Australien) zunächst an der Differenzierung menschlicher embryonaler Stammzellen gearbeitet. Später wechselte ich in zunehmend verantwortliche Managementpositionen, in denen ich sowohl wissenschaftliche Projekte leitete als auch im Bereich der legislativen und ethischen Forschungsregulation tätig war. Im Jahr 2016 kehrte ich nach Heidelberg zurück und startete als Projektmanagerin für ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Internationalisierungsprojekt bei BioRN.
Das Cluster Konzept war damals für mich durch die überwiegende Prägung im Ausland noch völlig unbekannt. Seine Sinnhaftigkeit und Relevanz für die Gesundheitsinnovation haben mich aber besonders in der Region Rhein-Neckar sofort begeistert.
Durch starke Life Science Cluster wie BioRN gelingt es die Schnittstelle zwischen Industrie und Akademie im Sinne des Transfers optimal zu nutzen und so Potenziale zu heben und die aktive Umsetzung exzellenter biomedizinischer Forschung zu fördern.
Ziel ist es durch die optimale Vernetzung zwischen den Mitgliedern und weiterer relevanter Akteure im Biowissenschaftsökosystem die einzigartige Kombination aus Industrie und Weltklasse akademischer Forschung in unserer Region zu nutzen. Daraus entstehende Synergien ermöglichen den erfolgreichen Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in kommerzielle Anwendungen – dafür setze ich mich mit meinem Team mit großer Leidenschaft ein.“
2. Was sind Ihre konkreten Aufgaben/Tätigkeiten im Cluster?
„Wir engagieren uns umfassend in der Förderung von Forschung und Innovation im Bereich der Lebenswissenschaften und Biotechnologie. Unsere Arbeit baut auf den grundlegenden Säulen „Koordination der Stakeholder & Netzwerkarbeit“, „Translationale Unterstützung“ und „Öffentlichkeitsarbeit für die Life Science Region” auf.
Ganz konkret heißt das, dass wir in unseren Arbeitsgruppen Konzepte entwickeln und umsetzen, die das sogenannte „Valley of Death“ in der Wertschöpfung zwischen akademischer Forschung und der Entwicklung von neuen Therapien und Diagnostika überbrücken.
Daraus sind beispielsweise unsere sehr erfolgreichen Public-Private-Partnerships beLAB2122 (ein von Evotec und BMS gefüllter Fonds zur Finanzierung der präklinischen Entwicklung von neuen Medikamenten) und BioLabs (ein vollausgestatteter und lizensierter Life Science Startup Inkubator mit direkter Anbindung zur Industrie und Investoren) entstanden. Eine weitere Expertengruppe entwickelt aktuell Konzepte zur Verbesserung der Frühphasenfinanzierung von Startups.
Eine unserer Kernaufgaben ist zudem die Unterstützung und Initiierung von Forschungsprojekten durch Kooperationen mit akademischen Institutionen und Industriepartnern, um neue Technologien und Therapien zu entwickeln. Auch hier nutzen wir unsere Schlüsselposition an der Schnittstelle zwischen Industrie und Akademie.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Netzwerkbildung und der Verknüpfung relevanter Stakeholder. Hierbei setzen wir gezielt den Nutzen unserer wissenschaftlichen Konferenzen, Workshops und Networking-Events ein. Diese Veranstaltungen fördern den Austausch von Wissen und Erfahrungen und unterstützen die Entwicklung von Innovationen und Kooperationen.
Darüber hinaus entwickeln wir Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Standorts für Unternehmen und Talente im Bereich der Lebenswissenschaften sowie die Förderung der Ansiedlung neuer Firmen und setzen diese Expertise auch im Rahmen des überregionalen Arbeitskreises Deutscher Bioregionen (AK BioRegio) ein.
Mit einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit sorgen wir dafür, dass die wissenschaftliche Exzellenz gepaart mit der hohen industriellen Dichte und die hohe Innovationskraft und Gründungsdynamik der Region über die Grenzen hinaus sichtbar wird. Ziel ist es BioRNs Strahlkraft auf internationaler Ebene noch weiter zu entfalten."
3. Welche Mehrwerte bietet Ihnen und Ihren Mitgliedern das Programm „go-cluster“?
„Wir haben konkret das Angebot zur Validierung einer neuen Dienstleistung, „BiointeRNational“ genutzt. Im Rahmen eines ersten durch „go-cluster“ geförderten Piloten, der von unseren Mitgliedern kostenlos genutzt werden konnte, war es uns dank „go-cluster“ möglich ein solides Konzept zu entwickeln, in dem wir nun sowohl ausländischen Firmen ein Softlanding in unserer Region, als auch Mitgliedsunternehmen Unterstützung bei der Erschließung ausländischer Märkte anbieten können.
Wir nutzen die unterschiedlichen Angebote von „go-cluster“ zur Weiterbildung und schätzen besonders den Austausch mit anderen Clustern. Hier eröffnen sich neue Blickwinkel, die zur Verbesserung der eigenen Services und Projekte führen.“
4. Was sind Ihre Highlights aus der Zusammenarbeit mit dem Programm „go-cluster“?
„Ein besonderes Highlight war die Teilnahme des Teams beim Design Thinking Workshop, in dem wir ein Projekt zum Thema Fachkräftesicherung aus der Taufe heben konnten, das noch in diesem Jahr an den Start geht. Der interdisziplinäre Austausch und die Möglichkeit abseits des Tagesgeschäftes neue Ideen zu entwickeln ist ein absoluter Mehrwert! Wir können das Programm „go-cluster“ uneingeschränkt weiterempfehlen.“