ClusterERFOLGE
14.02.2018

Frachtflächen sinnvoll ausnutzen!

Ein Modellvorhaben aus dem Cluster Verkehr, Mobilität und Logistik, Mitglied im Programm „go-cluster” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, widmet sich der Entwicklung einer innovativen Plattform zur Vermittlung von Frachtflächen. Ziel ist es, Logistik im ländlichen Raum nachhaltig zu sichern. Mit dem Modellvorhaben LandLogistik soll ausgehend von der Uckermark das Unterfangen zunächst für das Land Brandenburg betrieben werden. Eine spätere Ausweitung der Plattform über Brandenburg hinaus ist jedoch bereits angedacht.

Regionale Produkte wie der Uckerkaas von der Bauernkäserei Wolters nehmen den Bus.
Regionale Produkte wie der Uckerkaas von der Bauernkäserei Wolters nehmen den Bus.
© Q-Regio
Regionale Produkte wie der Uckerkaas von der Bauernkäserei Wolters nehmen den Bus.

Vor fünf Jahren startete in der Uckermark der kombiBUS: Ein ganz normaler Linienbus, der allerdings auf Wunsch auch Fracht von Unternehmen transportiert und an Haltestellen auf seiner Route mitnimmt oder abliefert. Personen- und Güterverkehr – kombiniert in einem Bus. Das bringt zusätzliche Einnahmen, die dazu beitragen, die Nahmobilität auf dem Land langfristig sicherzustellen.

Jetzt soll mit dem Modellvorhaben LandLogistik von der Uckermark aus für das Land Brandenburg der ganz große logistische Schritt gewagt werden: „Wir bauen eine neutrale Vermittlungsplattform auf, über die freie, real existierende Frachtflächen im Personen- und Güterverkehr als kombinierte Transportkette vermarktet werden können”, erklärt Anja Sylvester. Sie hat beim Berliner Beratungsunternehmen Interlink GmbH schon den kombiBUS betreut und managt nun auch das Projekt LandLogistik. Das Ziel: Logistikunternehmen speisen freie Kapazitäten ins System ein. Voraussetzung dafür ist die komplette Digitalisierung der Betriebsabläufe. Die Fahrzeuge der Flotte müssen zudem Telematik an Bord haben. Denn für eine effiziente Umsetzung kommt es darauf an, die Routen und möglichen Haltepunkte der Fahrzeuge genau zu kennen. Wenn deren straffer Terminplan es zulässt, können neue Sendungen auf der vorgegebenen Tour aufgenommen werden.

Studien in der EU hätten Sylvester zufolge ergeben, dass im Durchschnitt gerade mal 72 Prozent der Frachtflächen von Fahrzeugen beladen sind. „Da lässt sich also noch einiges machen”, sagt die Expertin. Sie drückt die Vorteile der geplanten Vermittlungsplattform drastisch aus: „Ein Gigaliner muss nicht eine Packung Eier ins Dorf bringen.” Eine große Ladung könnte „auf der letzten Meile” auf andere Logistikpartner verteilt werden. Starke Partner, die auf dieser Strecke den Transport zu niedrigeren Kosten ermöglichen oder aus Sicht des Qualitätsmanagements dem Kunden einen besseren Service bieten, wie etwa die Haustürbelieferung.

Nahezu jeder Logistiker arbeitet mit einem eigenen digitalen Betriebssystem, die auf der hier entwickelten neutralen Vermittlungsplattform miteinander verknüpft werden. „Das Besondere ist: Der Baustein kombiBUS wird jetzt in ein größeres System eingebaut”, erklärt Juliane Reimer, Projektmanagerin beim Cluster Verkehr, Mobilität und Logistik. Es unterstützt aktiv das Vorhaben gemeinsam mit dem Cluster Ernährungswirtschaft. Eine spätere Ausweitung der Plattform über Brandenburg hinaus ist bereits angedacht.

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