14 Jahre „go-cluster“: Eine Community, die bleibt
Mit dem 30. Juni 2026 endet das Programm „go-cluster“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Was bleibt, ist weit mehr als ein Exzellenzprogramm: Über 14 Jahre hinweg ist aus dem Programm eine starke Community gewachsen – ein bundesweites Netzwerk von Clustermanagements, das Wissen bündelt, Austausch ermöglicht und Innovationen vorantreibt. Sein Wert zeigt sich nicht allein in der Vernetzung, sondern vor allem dort, wo Cluster wirken: in den Regionen, bei den Akteuren vor Ort und insbesondere bei den kleinen und mittleren Unternehmen, die von diesen Strukturen profitieren.
Die „go-cluster“-Konferenz 2025 in Berlin
© Michael Reitz
Als „go-cluster“ 2012 als Nachfolgeprogramm der Initiative „Kompetenznetze Deutschland“ an den Start ging, stand die Unterstützung leistungsstarker Innovationscluster und ihrer Weiterentwicklung im Mittelpunkt. Heute ist daraus ein bundesweites Netzwerk entstanden, das Menschen, Ideen und Kompetenzen über Regionen und Branchen hinweg miteinander verbindet. Damit hat sich „go-cluster“ zu einem der wichtigsten Foren für Austausch, Transfer, Inspiration und Zusammenarbeit in der deutschen Clusterlandschaft entwickelt.
Gemeinsam wachsen
Heute erreichen die Mitgliedscluster von „go-cluster“ bundesweit etwa 16.000 Akteure: Dazu zählen mehr als 10.400 kleine und mittlere Unternehmen (KMU), darunter ca. 700 Start-ups, über 1.700 Großunternehmen, 720 Universitäten und Hochschulen sowie 570 außeruniversitäre Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und etwa 2.500 weitere Akteure. Diese Zahlen verdeutlichen, dass „go-cluster“ weit mehr ist als eine Plattform für den Austausch zwischen Clustermanagements. Das Programm wirkt als Multiplikator: Wissen, neue Methoden und Impulse werden innerhalb der Community entwickelt, in die Regionen getragen und dort an Unternehmen, Wissenschaft und Forschung weitergegeben. Die Stärke von „go-cluster“ liegt damit nicht allein in der Vernetzung seiner Mitglieder, sondern vor allem in seiner Fähigkeit, Innovationen und Wissen über die Cluster in die Breite zu tragen.
Die Entwicklung von „go-cluster“ lässt sich jedoch nicht allein an Zahlen messen. Der eigentliche Erfolg liegt in den Menschen, die das Netzwerk über die Jahre geprägt haben. Neue Mitglieder brachten neue Perspektiven ein, etablierte Cluster teilten ihre Erfahrungen und über Branchengrenzen hinweg entstanden wertvolle Kontakte und Kooperationen.
Und in diesem Umfeld konnten sich die Clusterakteure offen und auf Augenhöhe austauschen – Herausforderungen wurden gemeinsam diskutiert, erfolgreiche Ansätze weitergegeben und neue Ideen erprobt. Aus Kolleginnen und Kollegen wurden vertraute Ansprechpersonen, aus ersten Gesprächen langfristige Kooperationen. Ob im Erfahrungsaustausch zu KI-Tools im Clustermanagement, in Webinar-Reihen zu den Jahresleitthemen, bei den Vernetzungstagen oder in Workshops wie dem „Cluster Shaker“ – es entstand ein Netzwerk, das weit über einzelne Projekte oder Veranstaltungen hinauswirkt und eine Plattform für gemeinsames Lernen und strategische Weiterentwicklung. Konstantin Kolasa, Clustermanager des Cluster Elektromobilität Süd-West fasst dies so zusammen: „Ein besonderes Highlight der Zusammenarbeit mit „go-cluster“ ist die Möglichkeit, über den eigenen Branchenhorizont hinauszublicken. Trotz aller branchenspezifischen Unterschiede zeigen sich im Clustermanagement viele übertragbare Prinzipien und Erfolgsfaktoren, die wertvolle Impulse für die eigene Arbeit liefern. Der branchenübergreifende Technologietransfer sowie die Vernetzungstage der Clustermanager – verbunden mit Einblicken in andere Clusterinitiativen und Standorte – sind dabei besonders bereichernd.“
Jahresleitthemen als Impulsgeber
Ein wichtiger Motor für den Austausch innerhalb der Community waren die seit 2021 etablierten, jährlich wechselnden Leitthemen. Sie griffen aktuelle Entwicklungen auf und boten Orientierung in einer Zeit, die von technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen geprägt ist.
Ob Klimaschutz, Cybersecurity, Fachkräftebedarf oder Zukünfte – die Leitthemen schufen einen gemeinsamen Rahmen für Diskussionen und Aktivitäten innerhalb des Netzwerks. Sie ermöglichten es den Mitgliedern, Herausforderungen gemeinsam zu betrachten und voneinander zu lernen.
Gleichzeitig sorgten die Leitthemen dafür, dass aktuelle Fragestellungen nicht nur auf der jährlichen Konferenz diskutiert wurden, sondern über begleitende Vernetzungsformate kontinuierlich in die Community getragen wurden. Dadurch entstand ein lebendiger und kontinuierlicher Wissenskreislauf: Erfahrungen, Methoden und neue Lösungsansätze wurden innerhalb der Community geteilt, gemeinsam weiterentwickelt und von den Clustern in ihre Regionen getragen. Auf diese Weise profitierten nicht nur die Mitglieder des Netzwerks, sondern auch Unternehmen, Forschungseinrichtungen und insbesondere KMU.
Neue Formate stärken die Community
In den vergangenen Jahren ist die „go-cluster“-Community nicht nur gewachsen – sie ist auch enger zusammengerückt. Allein im Jahr 2025 verzeichnete „go-cluster“ einen Mitgliederzuwachs von knapp zehn Prozent. Mit den aktuell 76 Mitgliedern erweiterten sich nicht nur die Perspektiven innerhalb der Community, sondern auch die Reichweite des Netzwerks in die regionalen Innovationsökosysteme.
Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete die kontinuierliche Weiterentwicklung der Austausch- und Vernetzungsformate zur Steigerung der Sichtbarkeit des Programms. Im Jahr 2024 wurden beispielsweise monatliche Webinare im Rahmen des Jahresleitthemas erfolgreich eingeführt. Schnell wurden die Webinare zu einem regelmäßigen Treffpunkt für Austausch und Wissenstransfer – nicht nur für die „go-cluster“-Mitglieder, sondern für ein breites interessiertes Fachpublikum.
Ein besonderes Highlight waren die 2022 gestarteten Vernetzungstage. Sie wurden geschaffen, um den direkten Austausch zwischen den Mitgliedern zu intensivieren: hier konnten sie gemeinsam Herausforderungen diskutieren, clusterübergreifend Lösungsansätze entwickeln und voneinander lernen. So wurden die Vernetzungstage schnell zu einem festen Bestandteil des Jahresprogramms. Besonders spannend: In jedem Jahr war die Community bei einem anderen „go-cluster“-Mitglied zu Gast und konnte dort hautnah erleben, was Cluster vor Ort bewirken.
Um den Wissensaustausch auch thematisch im Rahmen der verschiedenen Jahresleitthemen zu fördern, wurden seit 2024 monatliche Webinare für die Cluster-Community angeboten. Sie ermöglichten einen regelmäßigen digitalen Austausch und griffen aktuelle Fragestellungen auf, die die Clusterakteure beschäftigten. Gleichzeitig boten sie Raum für Best-Practice-Beispiele, neue Perspektiven und den Transfer von Erfahrungen zwischen unterschiedlichen Branchen und Regionen.
Durch diese zusätzlichen Formate wurde Vernetzung zu einem kontinuierlichen Prozess. Der Austausch beschränkte sich nicht mehr auf einzelne Veranstaltungen, sondern fand über das gesamte Jahr hinweg statt. Dadurch entstanden neue Kontakte, Kooperationen und Impulse, die weit über die eigentlichen Formate hinauswirkten. Die gewachsene Beteiligung an den Veranstaltungen zeigt, wie lebendig die Community geworden ist und welchen Stellenwert der gegenseitige Austausch innerhalb des Netzwerks einnimmt.
Die „go-cluster“-Konferenz: Treffpunkt der Community
Ein besonderer Höhepunkt im Jahreskalender war stets die „go-cluster“-Konferenz. Hier traf sich die Community, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse mitzunehmen.
Ob in Präsenz oder – während der Pandemie – in digitalen Formaten: Die Konferenz entwickelte sich zum zentralen Treffpunkt des Netzwerks und darüber hinaus für Interessierte aus weiteren Netzwerken, der Verwaltung, Politik oder verbundener Programme und Initiativen. Fachvorträge, Workshops und Diskussionen boten Raum für neue Ideen und persönliche Begegnungen. Die letzte „go-cluster“-Konferenz stand ganz im Zeichen des Leitthemas „Zukünfte“. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden, wie Clustermanagements Wandel gestalten, Trends erkennen und Innovationsprozesse aktiv begleiten können. Und genau hier zeigte sich jedes Jahr aufs Neue, was „go-cluster“ ausmacht: die Bereitschaft, Wissen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu arbeiten.
Eine Wirkung, die bleibt
,go-cluster` war nie nur ein Label. Es war ein Qualitätsanspruch, Maßstab, Haltung: Exzellentes Clustermanagement zahlt auf die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Regionen ein. Über Jahre hat das Programm Wissen geteilt, Standards gesetzt eine Community geschaffen, die weit über regionale und Ländergrenzen hinaus zusammengewachsen ist
, fasst Uwe Pfeil, Cluster Manager vom Cluster Mobility & Logistics, zusammen.
Mit dem Ende des Programms geht eine wichtige Plattform für Austausch, Vernetzung, Transfer und gemeinsames Lernen zu Ende. In den vergangenen 14 Jahren sind zahlreiche Kontakte, Kooperationen und gemeinsame Erfahrungen entstanden, die mit Sicherheit auch über das Programmende hinaus für die deutsche Clusterlandschaft wirken.
„go-cluster“ hat gezeigt, wie wertvoll professionelle Netzwerke für Innovation und Transformation sind. Es hat Clustermanagements gestärkt, Sichtbarkeit geschaffen und Menschen zusammengebracht, die gemeinsam mehr erreichen wollten.
Vielleicht ist genau das die größte Erfolgsgeschichte von „go-cluster“: Nicht einzelne Projekte oder Veranstaltungen, sondern ein vertrauensvolles, belastbares Netzwerk von Menschen, das über Jahre gewachsen ist und weit über das Programmende hinaus Bestand haben wird. Die größte Leistung des Programms ist deshalb die Community selbst – gewachsen über viele Jahre, gestärkt durch neue Formate, getragen von Engagement, Vertrauen und dem gemeinsamen Ziel, Innovationen in Deutschland voranzubringen. Dafür steht „go-cluster“. Und das bleibt.