ClusterERFOLG Oktober 2025: Mit Foresight strategisch in die Zukunft blicken

Wie lässt sich Zukunft erforschen? Und was brauchen wir, um in einer ungewissen Welt handlungsfähig zu bleiben? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hat das Programm „go-cluster“ im Rahmen des Jahresleitthemas „Zukünfte“ die Workshop-Reihe zum Thema Strategic Foresight ins Leben gerufen. In sechs aufeinander aufbauenden Terminen tauchten die Programm-Mitglieder medianet berlin brandenburg, das Umwelttechnologie-Cluster Bayern, das Cluster Leistungselektronik im ECPE, OLEC, biosaxony, MoWiN.net, foodRegio und MAICarbon in die Welt der Zukunftsforschung ein und lernten Unsicherheiten zu verstehen, Trends systematisch zu analysieren und aus möglichen Zukünften strategische Handlungsmöglichkeiten abzuleiten.

Ablauf Workshopreihe Bild 1
Inhalte der ersten drei Workshop-Termine
© VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
ClusterERFOLG Oktober 2025: Mit Foresight strategisch in die Zukunft blicken

Zukunft passiert nicht einfach – sie entsteht in unseren Köpfen, durch unsere Entscheidungen, durch unser Handeln. Unter diesem Leitgedanken startete die sechsteilige Workshop-Reihe zum Thema Strategic Foresight im April 2025. Ziel war es, gemeinsam mit erfahrenen Zukunftsforscher:innen und Workshop-Coaches zu erkunden, wie sich Zukunft systematisch erforschen und strategisch gestalten lässt.

Zukunft verstehen: Was steckt hinter Foresight?

Zum Auftakt ging es darum, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen: Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Foresight? Und warum ist es heute wichtiger denn je, mögliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen? Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurde der methodische Rahmen abgesteckt – von den Grundlagen und Zielen bis hin zu den Grenzen strategischer Zukunftsforschung. Erste eigene Fragestellungen entstanden, die später als Kompass für die weitere Arbeit dienten: „Wie sieht die Verarbeitung von Trends in Unternehmen zukünftig aus?“, „wie engagieren sich Young Professionals im Jahr 2030 im Cluster?“ Oder auch die Frage nach dem europäischen Energiesystem im Jahr 2045 abseits etablierter Pfade beschäftigte die Teilnehmenden.

Im zweiten Termin wurde es praktisch: Wie kann man die Zukunft tatsächlich „untersuchen“? Mithilfe explorativer Methoden erforschten die Teilnehmenden, wie sich qualitative und quantitative Ansätze kombinieren lassen, um Unsicherheiten zu verringern und Szenarien vorzubereiten. Die STEEPL-V-Analyse bot dafür einen strukturierten Einstieg – sie half, Einflussfaktoren sichtbar zu machen und erste Hypothesen zu formulieren.

Mit Unsicherheiten umgehen: Szenarien als Lernräume

Doch Foresight bedeutet nicht, die Zukunft vorherzusagen. Es geht darum, den Umgang mit dem Nicht-Wissen zu lernen. In den weiteren Sitzungen stand deshalb das Szenariodenken im Mittelpunkt: Gemeinsam entwickelten die Teilnehmenden alternative Zukunftsbilder und analysierten deren Bedeutung für ihre jeweiligen Tätigkeitsfelder. Dabei wurde deutlich, wie wertvoll es ist, verschiedene Perspektiven einzubeziehen und auch Unsicherheiten als Lernchance zu begreifen. Themen wie Digitalisierung, Dekarbonisierung und Resilienz boten einen konkreten Anwendungsrahmen – und zeigten, wie eng Zukunftsfragen mit aktuellen Transformationsprozessen verknüpft sind.

Im nächsten Schritt ging es um die Brücke zwischen Vision und Wirklichkeit: Wie wird aus einem Zukunftsbild eine umsetzbare Strategie? Mit Methoden wie Backcasting und Roadmapping entwickelten die Teilnehmenden Wege, um ihre Ideen mit Leben zu füllen. Dabei entstanden konkrete Maßnahmen, Meilensteine und strategische Schritte, die den Weg in eine wünschenswerte Zukunft sichtbar machten. Im Abschluss-Workshop führten die Cluster-Teams die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit zusammen, um auf dieser Basis klare Entscheidungen zu treffen. Jedes Cluster formulierte eine Vision und entwickelte auf dieser Grundlage konkrete Strategien. Dabei entstand ein klares Bild davon, welche Zukunft sie aktiv anstreben – und welche Entwicklungen sie bewusst vermeiden möchten.

Ablauf Workshopreihe Bild 2
Inhalte der letzten drei Workshop-Termine
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Fazit: Zukunft ist, was wir daraus machen

Doch Foresight entfaltet seine volle Kraft erst dann, wenn die gewonnenen Ergebnisse nicht in der Schublade verschwinden, sondern in Organisationen, Netzwerke und Entscheidungsprozesse hineinwirken. Der letzte Termin war demnach dafür da, um zu reflektieren, wie Erkenntnisse langfristig nutzbar gemacht werden können – und welche Hebel nötig sind, um tatsächlich Wirkung zu erzielen. Am Ende der Reihe stand nicht nur ein Koffer voller Methoden, sondern vor allem ein neues Denken: Zukunft lässt sich gestalten – wenn wir bereit sind, sie gemeinsam zu erkunden. Die Workshop-Reihe hat gezeigt, wie inspirierend es sein kann, Unsicherheiten nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt für Neues zu begreifen. Durch ihre wertvollen Impulse aus der eigenen Clusterarbeit, ihre engagierte Arbeit und Neugier trugen die teilnehmenden Cluster entscheidend zum Erfolg der Workshopreihe bei.

„Die Foresight-Workshopreihe hat meine Erwartungen mehrfach übertroffen. Durch die strukturierte Vorgehensweise und das intensive Coaching beim Bearbeiten einer Zukunftsfrage aus dem eigenen Cluster kamen sehr wichtige Ergebnisse heraus, die extrem wichtig für unsere langfristige Strategie sind. An diesem Thema werden wir weiterarbeiten. Danke, dass wir teilnehmen durften!"

Dr.-Ing. Bernd Bitterlich, Clustermanager Cluster Leistungselektronik im ECPE e. V.