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13.04.2026

Zukunftscluster SaxoCell: Nabelschnur-Stammzellen können Sterblichkeit bei schweren COVID-Infektionen senken

Patientinnen und Patienten mit schwerer COVID-Infektion haben ein sehr hohes Sterberisiko. Mesenchymale Stamm- oder Stromazellen (MSC) aus Nabelschnurblut können ihre Sterblichkeit verringern. Das ist das Ergebnis einer kanadischen Studie. Die Zellen, die dabei verwendet wurden, entwickelten Forschende des Zukunftsclusters SaxoCell in Dresden.

Ein Laborgerät mit Probenhalter steht in einem von kaltem Nebel umgebenen Behälter. Darüber ist eine Pipette zu sehen, rechts zwei Hände.
Kryokonservierung und Verarbeitung von Zellproben: Im Labor werden mesenchymale Stromazellen (MSC) unter kontrollierten Bedingungen mit flüssigem Stickstoff gelagert und für weitere Anwendungen vorbereitet.
© Universitätsklinikum Dresden
SaxoCell: Nabelschnur-Stammzellen senken Sterblichkeit bei schweren COVID-Infektionen

Entwickelt wurde der Therapieansatz am Zentrum für feto-neonatale Gesundheit des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Ursprünglich zielte er darauf, Frühgeborenen und kranken Neugeborenen zu helfen. Während der COVID-19-Pandemie richtete das Dresdner Team den Blick jedoch auf schwer erkrankte Erwachsene und initiierte gemeinsam mit Partnern am Ottawa Health Research Institute in Kanada eine Studie zur Behandlung schwerer Verläufe. Die jetzt in Stem Cell Reports veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die in Dresden entwickelte MSC-Therapie die Sterblichkeit dieser Patientinnen und Patienten senken konnte.

„Wenn sich die Daten bei Erwachsenen reproduzieren lassen, würde eine ursprünglich aus dem Bereich der Neonatologie stammende Therapie die Behandlung von Erwachsenen revolutionieren“, erklärte Prof. Mario Rüdiger, Direktor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit am Universitätsklinikum Dresden. „Gleichzeitig hätten wir ein wichtiges Ziel im Rahmen von SaxoCell erreicht: Zelltherapien Made in Saxony.“, so Rüdiger weiter.

Für eine Überführung in die klinische Praxis reichen die Daten bislang noch nicht aus, weil die Pandemie vor Erreichen der geplanten Fallzahlen endete. Deshalb läuft in Kanada seit 2024 eine größere Phase-II-Studie für Patientinnen und Patienten mit schwerer Sepsis. Grundlage sind erneut Zellen, die in Dresden aus Nabelschnüren gesunder Neugeborener isoliert werden. Für die industrielle Weiterentwicklung arbeitet das Team mit MDTB Cells aus Radebeul zusammen, das die Herstellung unter pharmazeutischen Qualitätsstandards und die Entwicklung der Wirkstoffplattform DESACELL verantwortet.

Im Zukunftscluster SaxoCell wird parallel daran gearbeitet, die Produktion so weiterzuentwickeln, dass solche zellbasierten Therapien perspektivisch in die Routineanwendung überführt werden können. Die Ergebnisse aus Kanada unterstreichen damit nicht nur das therapeutische Potenzial mesenchymaler Stamm- oder Stromazellen, sondern auch die Rolle Sachsens bei der Entwicklung und Skalierung neuer Zelltherapien.

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