Meldung
20.11.2025
TechnologyMountains: Rückblick auf 17. Innovation Forum Medizintechnik
Am 23. Oktober 2025 verwandelte sich die Tuttlinger Stadthalle erneut in einen Treffpunkt der Medizintechnikbranche. Das Innovation Forum Medizintechnik von TechnologyMountains brachte über 400 Fach- und Führungskräfte sowie Innovationsverantwortliche zusammen, um die neuesten Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz, Robotik, additive Fertigung, Simulation und viele weitere Themen zu diskutieren.
Fach- und Führungskräfte diskutierten Trends, Technologien und Klinikpraxis im Zeichen von KI und Digitalisierung.
© TechnologyMountains e. V.
Auch bei der 17. Ausgabe des Forums gingen Information, Kommunikation und Interaktion Hand in Hand. Der Tag begann mit einem Businessfrühstück, gefolgt von einer Guided Tour durch die forumsbegleitende Ausstellung. Sie gewährte umfassende wie tiefreichende Einblicke zu Trends und Technologien, Potenzialen und Perspektiven. Bei dem Rundgang wurden mehr als zehn Unternehmen und Institute besucht, die sich in kurzen Pitches vorstellten und dabei praxisnahe, verwertbare Inhalte vorstellten.
Ganztägig konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Trial Area in Kontakt mit dem Fortschritt kommen. Dort präsentierte OR.NET e. V. den vernetzten OP-Saal der Zukunft. Im OR.NET e. V. haben sich Akteure aus Industrie, Klinik und Forschung zusammengeschlossen, um gemeinsam die offene und herstellerübergreifende Vernetzung von Medizintechnik in OP-Sälen, Intensivstationen und anderen Bereichen der Akutmedizin zu realisieren. Ziel ist, mit moderner Informations- und Kommunikationstechnologie eine sichere und dynamische Geräte-zu-Geräte-Kommunikation zu etablieren, damit medizintechnische Geräte per Plug-and-Play vom Geräteverbund im OP-Saal automatisch erkannt und integriert werden.
Ein weiteres Highlight der Veranstaltung waren die Keynotes von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Uwe Spetzger (Klinikum Karlsruhe) und Dr. med. Anke Diehl (Universitätsmedizin Essen). Prof. Spetzger beleuchtete in der Keynote „Künstliche versus humane Intelligenz in der Neurochirurgie“ differenziert die Vor- und Nachteile, die der Einsatz von KI in der Medizintechnik bringt. Dabei hob er hervor, dass der Einsatz von KI insbesondere in administrativen Prozessen zu einem deutlichen Effizienzgewinn führt und auch in komplexen Anwendungen wie der Tumorsegmentierung erhebliche Vorteile bietet. Gleichzeitig warnte er vor didaktischen Einbußen, wenn monotone, wiederholte Tätigkeiten in Ausbildung und neurochirurgischem Alltag vollständig an Systeme und Robotik ausgelagert werden. Dadurch drohten der angehenden Ärztegeneration ein Verlust des „Fingerspitzengefühls“ für die Anatomie und ein weniger ausgeprägter analytischer Blick aufs Ganze. Entsprechend plädierte er für eine enge Zusammenarbeit von Klinik und Industrie, um künstliche und humane Intelligenz in einem gelebten Netzwerk sinnvoll zu verbinden.
Dr. med. Anke Diehl zeigte in ihrer Keynote, dass der Wandel zum Smart Hospital nur über „digitale Brücken“ zwischen Klinik und Industrie gelingen kann. Im Zentrum standen Interoperabilität und eine vernetzte Infrastruktur, die Technik, Medizin und Medizintechnik zusammenführt und KI-gestützte Anwendungen verantwortungsvoll nutzbar macht. Sie betonte, dass mit der fortschreitenden Digitalisierung neben Effizienzgewinnen auch neue ethische Fragestellungen und Anforderungen an Verantwortlichkeiten entstehen. Als entscheidenden Faktor beschrieb sie einen Kulturwandel hin zu mehr Teamgeist, Nutzerzentrierung und gemeinsamer Entwicklung mit allen Stakeholdern.