Meldung
14.11.2025

Zukunftscluster PROXIDRUGS erklärt Arbeitsweise im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs

Die Webseite der Initiative „Nationale Dekade gegen Krebs“ stellt die Forschung im Zukunftscluster PROXIDRUGS vor. Im Interview erklärt PROXIDRUGS-Sprecher Prof. Ivan Đikić die Funktionsweise von Proxidrugs, berichtet von ersten Meilensteinen und erklärt, welche Schritte jetzt nötig sind, um in Richtung Anwendung zu kommen.

Reagenzgläser
© kwanchaift/Adobe Stock
Proxidrugs Interview / Reagenzgläser

Herr Prof. Đikić, was sind Proxidrugs und was macht sie so einzigartig?

Proxidrugs sind eine völlig neue Klasse von Wirkstoffen, die einen echten Paradigmenwechsel in der modernen Medizin einleiten. Proxidrugs programmieren die natürlichen Abfallprozesse der Zelle um. Das heißt, sie sorgen dafür, dass schädliche Proteine gezielt abgebaut und entsorgt werden. Genau hier liegt die Besonderheit: Proxidrugs wirken nicht einfach hemmend, sondern entfernen die eigentliche Krankheitsursache. Der Name leitet sich von proximity – also „Nähe“ – ab, weil die Wirkstoffe schädliche Proteine in die Nähe der zelleigenen Abbausysteme bringen. So können wir Proteine angreifen, die bisher als „unbehandelbar“ galten.

Welche Möglichkeiten sehen Sie in der Anwendung bei Krebs?

Gerade in der Krebsmedizin eröffnet sich durch Proxidrugs ein enormes Potenzial. Krebs entsteht dadurch, dass Zellen ihr normales Gleichgewicht verlieren: Bestimmte Proteine werden überaktiv und treiben unkontrolliert das Zellwachstum an, während Schutzmechanismen, die das eigentlich verhindern sollen, ausgeschaltet werden. Mit Proxidrugs haben wir nun erstmals die Möglichkeit, solche Proteine gezielt anzugreifen und zu entfernen. Damit greifen wir direkt in die zentralen Ursachen der Krebsentstehung ein.

Besonders spannend ist auch, dass Proxidrugs sich sehr genau anpassen lassen. Im Idealfall können wir sie so entwerfen, dass sie nur mutierte, krankmachende Proteine angreifen, die gesunden Pendants aber unangetastet lassen. Das eröffnet die Chance, präzisere und gleichzeitig wirksamere Therapien zu entwickeln. Das bedeutet weniger Nebenwirkungen und bringt uns einen großen Schritt näher an eine personalisierte Krebsmedizin, bei der jede Patientin und jeder Patient genau die Therapie bekommt, die zu ihrem spezifischen Tumorprofil passt.

Das ganze Interview lesen Sie über den untenstehenden Link.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen