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10.09.2025

Zukunftscluster PROXIDRUGS: Forderung nach europäischer Wirkstoff-Allianz

Forschende führender europäischer Einrichtungen – darunter PROXIDRUGS-Sprecher Professor Ivan Ðikić – fordern eine europäische Allianz für Proximitäts-induzierende Wirkstoffe. In einem Perspektivenbeitrag in der Fachzeitschrift Molecular Cell rufen sie zur intensiven Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie auf europäischer Ebene auf, um das volle therapeutische Potenzial dieser Wirkstoffklasse auszuschöpfen.

Ein Tropfen tropft von einer Pipette in ein schmales Reagenzglas.
© kwanchaift/Adobe Stock
Pipette Reagenzgläser

In einer solchen Allianz könnten die beteiligten Forschungseinrichtungen aus Wien, Dundee, Barcelona, Frankfurt und Lausanne ihre Expertise vereinen, Ressourcen teilen und gemeinsam Nachwuchs ausbilden.

Proximitäts-induzierende Wirkstoffe wie PROTACs (proteolysis targeting chimeras) oder molekulare Kleber programmieren die zelluläre Maschinerie so um, dass krankheitsverursachende Proteine verändert oder eliminiert werden. Die Proximitäts-induzierenden Wirkstoffe wirken wie Vermittler: Sie bringen krankheitsverursachende Proteine mit dem natürlichen Abbau-System der Zelle zusammen. So können diese Proteine gezielt verändert oder entsorgt werden. Das Besondere daran: Anders als herkömmliche Hemmstoffe können diese innovativen Wirkstoffe schädliche Proteine komplett entfernen.

Die Autorinnen und Autoren des Beitrags betonen die grundlegende Bedeutung der akademischen Forschung für den Fortschritt in diesem Bereich und rufen zu einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie auf, um das volle therapeutische Potenzial auszuschöpfen. Die beteiligten Forschungszentren vereinen komplementäre Expertise in den fachlich benötigten Methoden. In einer europäischen Allianz könnten sie Ressourcen teilen und gemeinsam die nächste Forschergeneration ausbilden.

In Deutschland treibt das Zukunftscluster PROXIDRUGS die Entwicklung dieser bahnbrechenden Wirkstoffklasse voran. Das Cluster hat ein weitreichendes nationales Netzwerk aus akademischen und industriellen Partnern aufgebaut, das nun international ausgeweitet werden soll. Eine europäische Allianz könnte bei dieser Ausweitung entsprechend unterstützen.

Eine zentrale Säule des Zukunftsclusters PROXIDRUGS bildet das neu gegründete Frankfurt Center for Emerging Therapeutics (FCET) – ein interdisziplinärer Innovationshub, der zentrale Plattformen für Spitzenforschung bietet und einen schnellen Technologietransfer ermöglicht. Im Rahmen einer europäischen Allianz könnte die Plattform deutlich an Sichtbarkeit und Strahlkraft gewinnen.

„Proximitäts-induzierende Strategien schreiben die Spielregeln der Wirkstoffentwicklung neu“, sagte Đikić, „Die Verknüpfung unserer nationalen Aktivitäten mit anderen international führenden Institutionen wird den Innovationsprozess beschleunigen. Unsere Vision geht über die Stärkung akademischer Verbindungen hinaus, wir wollen vor allem auch eine breite, tragfähige Kooperation mit der Industrie etablieren, so wie es im Zukunftscluster bereits gelebt wird.“

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