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10.09.2025

it’s OWL: Projekt GoProZero nutzt KI für Ökobilanz

Viele Ökobilanzen verfassen die Verantwortlichen im Unternehmen von Hand: Sie suchen Daten zusammen und interpretieren diese. Das Unternehmen WAGO entwickelt im Projekt GoProZero von it’s OWL ein KI-gestütztes Assistenzsystem, das Ökobilanzen automatisiert erstellt und direkt in die Entwicklungsprozesse einspeist. Das System soll Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg systematisch bewertbar und steuerbar machen.

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© iStock/ImageFlow
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Dafür sollen sogenannte Cradle-to-Cradle-Bilanzen, also umfassende Lebenszyklusanalysen, die neben Herstellung und Nutzung auch Aspekte wie Wiederverwendung und Recycling einbeziehen, deutlich effizienter erstellt werden können. Eine zentrale Herausforderung dabei ist die bislang meist manuelle und aufwendige Erstellung solcher Ökobilanzen. Bei einem breiten Produktportfolio wie dem von WAGO ist dieser Ansatz nicht skalierbar.

Die Lösung: ein Dashboard mit KI-Assistenz, das automatisiert auf bestehende Emissionsdaten und Modelle zugreift. Dabei setzt WAGO zunehmend auf Open-Source-Software, um das System flexibel und kosteneffizient zu gestalten.

Ein weiterer Fokus liegt auf der frühzeitigen Einbindung von Nachhaltigkeitsdaten in die Produktentwicklung. Über benutzerfreundliche Schnittstellen sollen Fachabteilungen gezielt unterstützt werden.

GoProZero: Austausch und Expertise auf Augenhöhe

Für WAGO bietet die Teilnahme am Forschungsprojekt GoProZero gleich mehrere Vorteile. Besonders wichtig ist für Alexander Flekler, Circular Economy Manager bei WAGO, und seine Mitarbeitenden der Austausch mit anderen Industrieunternehmen im Konsortium: „Viele unserer Herausforderungen sind keine Einzelfälle, Marktbegleiter stehen vor ähnlichen Problemen. Gemeinsam können wir an interoperablen Lösungen arbeiten, die über einzelne Unternehmen hinaus funktionieren.“

Darüber hinaus bringe die Zusammenarbeit mit den Forschungspartnern wertvolles Know-how ins Unternehmen. „Als Nachhaltigkeitsexperte habe ich nicht automatisch tiefes Wissen über KI-Integration, da profitieren wir enorm von der interdisziplinären Zusammenarbeit“, so Flekler. Das Projekt sei für WAGO eine Chance, ein zukunftsweisendes Thema aktiv mitzugestalten und dabei Forschung und Praxis zu verbinden.

Für WAGO ist die Teilnahme an it’s-OWL-Projekten vor allem eine Frage der Vernetzung: „Gerade im Bereich Nachhaltigkeit lebt alles von regionalem Austausch. Kreislaufwirtschaft funktioniert nur lokal, da hilft es enorm zu wissen, was andere machen“, sagte Flekler.

Dabei hebt WAGO die Offenheit innerhalb des Clusters besonders hervor. Anders als in anderen Bereichen sei der Austausch hier keine Wettbewerbssache. Im Gegenteil: „Wir sind als Europa im globalen Wettbewerb gefragt und dafür müssen wir gemeinsam an Lösungen arbeiten.“

Forschungsprojekte von it’s OWL haben laut Flekler entscheidend dazu beigetragen, dieses Vertrauen über die Jahre aufzubauen. „Der regelmäßige Kontakt auf Arbeitsebene schafft ein Geben und Nehmen, davon profitieren alle.“

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