Meldung
12.06.2025
Rückblick „go-cluster“-Konferenz 2025: Zukünfte
Am 5. Juni fand in Berlin die „go-cluster“-Konferenz statt, die Jahresveranstaltung des gleichnamigen Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Im inspirierenden Ambiente des Umweltforums bot die Konferenz Raum für Austausch, neue Impulse und visionäre Perspektiven. Mitreißende Keynotes, eine lebhafte Paneldiskussion und Fachsessions zu möglichen „Zukünften“ zeigten, wie regionale Netzwerke Innovationen voranbringen können. Dabei wurde deutlich: Clustermanagement-Organisationen können Katalysatoren für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaftsbranchen und ganzen Regionen sein – wenn sie Wandel als Gestaltungschance begreifen.
V. l.: Paneldiskussion mit Dr. Isabella Hermann, Dr. Fabian Engel, Dr. Lars Brozus, Dr. Robert Peters
© Michael Reitz
Das Leitmotiv „Zukünfte“ fordert uns auf, Wirtschaft, Innovation und gesellschaftlichen Wandel nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten, so Christina Decker, Abteilungsleiterin „Digital- und Innovationspolitik“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in ihrem Grußwort. Als Gestalterinnen und Gestalter tragen alle eine Verantwortung für die Zukunft. Cluster sind dabei als regionale Innovationsökosysteme mit einem klaren strategischen Fokus von zentraler Bedeutung für die Wirtschaftspolitik – nicht als vorübergehende Projekte, sondern als dauerhafte Strukturen. „Cluster machen Zukunft lokal: Sie bringen Hightech in die Fläche, stärken Wertschöpfungsketten vor Ort und helfen gerade kleinen und mittleren Unternehmen, nicht nur mitzuhalten, sondern mitzugestalten. Clustermanagement ist dabei mehr als Koordination: Es ist Weitblick, Brückenbau und oft geduldige Netzwerkarbeit im Hintergrund“, so Christina Decker.
Inspirierende Denkanstöße bei den Keynotes, der Paneldiskussion und in den Fachsessions
Welche Rolle spielt KI für ein gutes Leben in der Zukunft? Mit dieser Leitfrage gestaltete Philosoph und Autor Christian Uhle den inhaltlichen Auftakt der Konferenz. KI ist ein gigantischer Sprung in der Technikentwicklung. Christian Uhle zeigte auf, dass KI den Menschen nicht ersetzen wird, sondern Arbeit qualitativ verändert. Clustermanagements sollten diesen Wandel aktiv begleiten und soziale Auswirkungen mitdenken.
In der anschließenden Paneldiskussion suchten Dr. Isabella Hermann, Politikwissenschaftlerin und Science-Fiction-Forscherin, Dr. Fabian Engel, Wirtschaftshistoriker bei der Bayer AG und Dr. Lars Brozus, stellv. Forschungsgruppenleiter Globale Fragen, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) nach Signalen des Wandels – zwischen Geopolitik, Wirtschaftsgeschichte, Science Fiction und Zukunftsforschung. Die angeregte Diskussion bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für Clustermanagements, Signale des Wandels frühzeitig zu erkennen und für sich und ihre Mitglieder nutzbar zu machen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Clustermanagements aktiv Räume für Experimente, neue Partnerschaften und soziale Innovationen schaffen sollten.
Am Nachmittag wurde es interaktiv und kreativ: In vier „Zukünfte“-Sessions tauchten die Teilnehmenden in unterschiedliche Zukunftsszenarien ein. Bei der „Wild Card Challenge“ begaben sich die Teilnehmenden in fiktive Extremszenarien und wendeten Foresight-Methoden an, um Lösungsansätze für resilientere Cluster zu finden. Bei der Session „Zukunftswelten bauen“ stand die Kreativität im Vordergrund. Hier visualisierten die Teilnehmenden entscheidende Elemente für eine bessere oder herausfordernde Zukunft – ganz praktisch mithilfe von Impuls-Karten, Bastelmaterial und Lego. In der Breakout-Session zu sogenannten „Reallaboren“ als Experimentierräume der Zukunft erhielten die Teilnehmenden Einblicke in deren Potenzial als Innovationsmotoren und diskutierten, welche Erkenntnisse sich daraus für die Zukunft ableiten lassen. Schließlich erprobte die Clustercommunity das „Future Wheel“, eine Methode, mit der unvorhergesehene Verknüpfungen und tiefere Einblicke in Zukunftspfade geschaffen werden können.
Willkommen im Programm „go-cluster“: AIR Artificial Intelligence Regensburg
V. l.: Uwe Pfeil, Philipp Berr, Sabine Maass bei der Aufnahme des Clusters AIR
© Michael Reitz
Während der Konferenz übergab Sabine Maass, Leiterin des Referats VI B5 – Industrieforschung für Unternehmen, Innovationsberatung im BMWE, die Aufnahmeurkunde an den Clustermanager Uwe Pfeil und Philipp Berr von der Stadt Regensburg des neuen Mitglieds AIR Artificial Intelligence Regensburg. Mit Projekten wie dem geplanten Data Hub, dem öffentlichen Format „Haus der KI“ und einer klaren strategischen Ausrichtung bringt AIR neue Impulse für das Programm „go-cluster” des BMWE – und wird so zu einem zentralen Partner für alle, die sich für KI, sektorübergreifende Innovation und moderne Regionalentwicklung interessieren.
Der ClusterERFOLG 2025 kommt aus dem hohen Norden
V. l.: Christina Decker, Leiterin Abteilung Digital- und Innovationspolitik im BMWE, und Dr. Johannes Ripken, Leiter Cluster DiWiSH
© Michael Reitz
Zur guten Tradition auf der „go-cluster“-Konferenz zählt die Wahl des jährlichen ClusterERFOLGs durch die Teilnehmenden. Stolzer Gewinner in diesem Jahr: Das Projekt „Care-AI“ des „go-cluster“-Mitglieds DiWiSH - Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein. „Care-AI“ ist ein deutsch-dänisches Forschungs- und Entwicklungsprojekt zum Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in den Alltag von Pflegeeinrichtungen in Dänemark. Im Rahmen des Projektes wird ein KI-Prototyp entwickelt und getestet und ein grenzüberschreitendes Netzwerk für Wissens- und Erfahrungsaustausch über KI in der Altenpflege aufgebaut. Mit diesem ClusterERFOLG bringt DiWiSH Akteure und Kompetenzen gewinnbringend zusammen und agiert dabei branchen-, regionen- und sogar länderübergreifend. Das erweitert die Perspektiven aller Beteiligten und ermöglicht neue wirtschaftliche Chancen.
Zum Abschluss zeigte Dr. Kerstin Humberg, Gründerin von Yunel, wie wir ein zukunftsgerichtetes Mindset, das sogenannte Tomorrow Mind, entwickeln können und bezog Erkenntnisse aus der Hirnforschung und Psychologie mit ein. Die „Werkseinstellung“ des Gehirns, die auf Vorsicht, Angst und Alarm basiert, steht uns heute oft im Weg, führte Dr. Humberg aus. „Tomorrow Mind“ ist ein psychologisches Profil, das uns hilft, in einer komplexen, ungewissen Welt nicht nur zu überleben, sondern über uns hinauszuwachsen. In ihrem Vortrag zeigte Dr. Humberg praktische Lifehacks, wie z. B. bestimmte Atemübungen, die sie gemeinsam mit den Teilnehmenden ausprobierte.
Die Teilnehmenden nahmen aus der diesjährigen „go-cluster“-Konferenz viele Eindrücke und Ideen für ihre tägliche Arbeit mit. Ebenso schaffte die Konferenz Raum für Vernetzung und persönliche Begegnungen – was auch in Zeiten von KI unersetzlich bleibt.