Meldung
07.02.2024

BioPark Regensburg: Innovationspreis 2023 für Maria Watzlowik

Die BioPark Regensburg GmbH, ein Unternehmen der Stadt Regensburg, und die dort ansässige Patentanwaltskanzlei Dehmel & Bettenhausen haben auch 2023 im Rahmen des Dies academicus der Universität Regensburg einen mit 1.500 Euro dotierten Innovationspreis an herausragende Arbeiten aus der Forschung vergeben. Den „BioPark Innovationspreis 2023“ erhielt Maria Watzlowik für ihre Doktorarbeit zur Hemmung von ATPase-Enzymen als Waffe gegen Pathogene.

Jury des BioPark Innovationspreises (v. l. n. r.) Prof. Dr. Bernhard Weber, Dr. Thomas Diefenthal, Prof. Dr. Klaudia Winkler, Dr. Berthold Bettenhausen
Jury des BioPark Innovationspreises (v. l. n. r.) Prof. Dr. Bernhard Weber, Dr. Thomas Diefenthal, Prof. Dr. Klaudia Winkler, Dr. Berthold Bettenhausen
© BioPark Regensburg GmbH
Jury des BioPark Innovationspreises (v. l. n. r.) Prof. Dr. Bernhard Weber, Dr. Thomas Diefenthal, Prof. Dr. Klaudia Winkler, Dr. Berthold Bettenhausen

Frau Watzlowik hat ihre Arbeit am Institut für Biochemie, Genetik und Mikrobiologie des Lehrstuhls für Biochemie der Universität Regenburg und dem Lehrstuhl für Experimentelle Parasitologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) erstellt. Viele durch Parasiten ausgelöste Krankheiten wie Malaria, Toxoplasmose, Schlafkrankheit oder Giardiasis stellen eine globale Bedrohung dar. Mit einem enormen Forschungsaufwand versucht man, die pathogenen Parasiten zu bekämpfen.

Für die Jury um BioPark-Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal, Patentanwalt Dr. Berthold Bettenhausen, Prof. Dr. Bernhard Weber von der Universität Regensburg und der Vizepräsidentin der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg Prof. Dr. Klaudia Winkler waren die Kriterien Innovationskraft, Anwendungs- und Gründungspotenzial der Arbeiten ausschlaggebend.

Maria Watzlowik, Trägerin des „BioPark Innovationspreises 2023“
Maria Watzlowik, Trägerin des „BioPark Innovationspreises 2023“
© Privat
Preisträgerin des BioPark Innovationspreises 2023 Maria Watzlowik

Frau Watzlowik hat in ihrer Doktorarbeit sog. ATPasen im Malaria-Erreger Plasmodium falciparum charakterisiert. Die Enzymfamilie der ATPasen sind die universelle Energiewährung in den Zellen. Da sich der Stammbaum der Erreger evolutionär sehr früh von den Wirbeltieren getrennt hat, unterscheiden sich die zellulären Prozesse und damit die ATPasen von Wirt und Parasit. Dies ermöglicht eine systematische Suche nach spezifischen Hemmstoffen für die Parasiten-ATPase, die die ATPase der Wirtszellen unberührt lassen.

Im Rahmen ihrer Arbeit durchsuchte Watzlowik mit einem von ihr entwickelten sog. ADP-Biosensor Assay zwei Wirkstoff-Bibliotheken und konnte potenzielle Inhibitoren entdecken, die in der Zellkultur tatsächlich toxisch für die Malariaparasiten waren. Ein Inhibitor wies sogar eine so große Potenz auf, dass er zu 100 Prozent das Überleben der Parasiten sowie ihre Fortpflanzung und Verbreitung verhinderte. Für diesen Hemmstoff konnte, basierend auf diesen Ergebnissen, ein Patent als Antimalaria-Medikament angemeldet werden.

Das Ergebnis der Promotionsarbeit dient als Proof of Concept und kann für die Suche nach weiteren spezifischen Inhibitoren anderer Erreger weiter genutzt werden. Dabei beschränkt sich der Anwendungsbereich nicht nur auf Parasiten, sondern erweitert sich auch auf Bakterien und Viren.

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