Meldung
08.06.2017
BioEconomy Cluster: Steigender Einstellungsbedarf trifft auf Mangel an Fachkräften
Am 19. Mai 2017 veranstaltete das Spitzencluster BioEconomy e. V. eine Pressekonferenz, um die Ergebnisse der 2016 durchgeführten Fachkräftestudie in der Bioökonomie bekanntzugeben. Die Gastgeber hatten dazu in die Firma CompraXX in Sandersdorf-Brehna eingeladen, die als Mitglied des BioEconomy Clusters stellvertretend die bei der Studie befragten Cluster-Akteure repräsentierte. Kay Senius, Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, ordnete die Ergebnisse der Studie in den landesweiten Fachkräftekontext ein. Im Rahmen der Fachkräftestudie hatten im vergangenen Jahr die RKW Sachsen-Anhalt GmbH und der PolymerMat e. V. zahlreiche Clusterakteure in Mitteldeutschland zur aktuellen Fachkräftesituation im Bereich Bioökonomie befragt und daraus verschiedene Handlungsempfehlungen abgeleitet.
Pressekonferenz BioEconomy e. V. zur Fachkräftestudie: Hr. Weber, CompraXX GmbH; Fr. Werner, RKW Sachsen-Anhalt GmbH; Hr. Senius, BfA; Prof. Pietzsch, MLU Halle-Wittenberg und Hr. Mosler, BCM GmbH.
© BioEconomy e. V.
Ab 10 Uhr gab Horst Mosler, Geschäftsführer der BCM BioEconomy Cluster Management GmbH einen kurzen Einblick in die Arbeit des Spitzenclusters und die Brisanz des Themas Fachkräftesicherung. Gerade weil die gesellschaftliche Akzeptanz der Bioökonomie in der Region Mitteldeutschland immer mehr wachse und in zunehmend mehr Branchen biobasierte Produkte zum Einsatz kämen, habe man 2016 die Studie in Auftrag gegeben, erklärte Horst Mosler. Anhand der in der Studie dargelegten Ist-Situation und aufgezeigten Bedarfe sollen nun in einem nächsten Schritt, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen und politischen Vertretern langfristig Arbeitsplätze in der Bioökonomie und chemischen Industrie geschaffen und gesichert werden, um die Kompetenzregion weiter zu stärken.
Kay Senius, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit unterstrich die Wichtigkeit des Beitrags von Unternehmen zur Fachkräftesicherung. „Firmen, die erfolgreich sein wollen, müssen sich bei ihren Fachkräften bewerben“, erklärte Senius. Immer stärker müssten sich Arbeitgeber in Zukunft nach den Bedürfnissen ihrer Arbeitnehmer richten. Dabei würden sich die Arbeitgeber durchsetzen, die das beste Konzept hätten.
Ein Blick auf die Altersstruktur der Beschäftigten zeigt, dass die Herausforderung der Fachkräftesicherung in nicht allzu ferner Zukunft noch schwieriger wird. Er empfiehlt deshalb neben der Weiterbildung und Qualifizierung älterer Arbeitnehmer vor allem auch gezielte Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsberatungen für Absolventen, um den Fachkräftebedarf langfristig zu sichern. Unterstützung erhielt er dabei von Professor Markus Pietzsch, Vorstandsmitglied des BioEconomy e.V. und Leiter des Teilgebietes 6 – „Ausbildung für die Bioökonomie“, der den neuen Studiengang an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg „Industrial Biotechnology“ vorstellte. Das Studienangebot zielt darauf ab, internationale Akteure zu akquirieren, auszubilden und an die Region zu binden.
Auch Heidi Werner, Geschäftsführerin der RKW-Sachsen-Anhalt GmbH sieht die gezielte Nachwuchsförderung aber auch Weiterqualifizierung des bestehenden Personals als essentielles Instrument der Fachkräftesicherung. In Ihrem Redebeitrag betonte sie, dass bei der Mehrheit der in der Studie befragten Unternehmen große Planungsunsicherheit bestehe und jedes zweite Unternehmen schon heute erhebliche Schwierigkeiten habe, Fachkräfte oder Auszubildende zu gewinnen. Das liege Werners Meinung nach nicht zuletzt daran, dass die Unternehmen unter anderem dem Thema Migranten bislang zu wenig Beachtung schenkten.
Gutes Fachpersonal gerade für spannende neue Projekte im bioökonomischen Umfeld braucht perspektivisch auch Herr Weber, Geschäftsführer der CompraXX GmbH. Er zeigte im Nachgang zur Pressekonferenz den Medienvertretern sowie Podiumsbeteiligten sein Technikum und erzählte von dem einen oder anderen spannenden nächsten Schritt in Richtung Marktdurchdringung mit Biokunststoffen etc.