Meldung
11.08.2016

MAI Carbon: VDI Leichtbaukongress – deutsche Leichtbauaktivitäten im Spiegel des globalen Wettbewerbs

Deutschland ist Impulsgeber für Leichtbautechnologien und hybride Materialkonzepte im Automobilbau. Mit erheblichen Investitionen weltweit intensiviert sich der Wettbewerb. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, sind der Blick über den Tellerrand, Wissenstransfer und handfeste Kooperationen zwischen deutschen und internationalen Partnern notwendig. Unter Beteiligung des Spitzenclusters MAI Carbon disktutierten Experten beim 6. VDI-Leichtbaukongress am 5. und 6. Juli 2016 in Bremen was zu tun ist.

Aktuell tauchen in den USA Namen auf wie Tesla, Google sowie zahlreiche Start-ups, die den Automobilmarkt beleben. Insbesondere im Bereich der E-Mobilität tut sich viel: In China, Japan, Korea und in den USA. Die US-Regierung startete im Jahr 2012 große Förderprogramme für Technologieentwicklungen im Bereich Leichtbau. Sie geben ein rasantes Tempo vor. Aber nicht nur dort. Auch in China beispielsweise ist die Zahl der C-Faser-Lieferanten in kurzer Zeit auf 64 gestiegen. Deutsche Institute und Universitäten schließen fokussiert Kooperationen und Projektverträge mit Universitäten in Asien und Osteuropa ab.

Folgende Fragen drängen sich bei näherer Betrachtung auf: Ist die Bereitschaft der deutschen Industrie und Politik gesunken, im eigenen Land Technologien und Forschungsprojekte zu fördern? Wie groß ist die Bereitschaft, über den Tellerrand zu schauen und von anderen Playern bzw. Ländern zu lernen? Wird es Deutschland gelingen, die lange Zeit beschworene Technologievorherrschaft insbesondere im Automobilbau zu halten? Was ist zu tun, um den Automobilstandort Deutschland attraktiv und innovativ zu halten?

Diesen Fragen gingen auf einer Panel-Diskussion zum Thema „Inside out – Outside View for Insight – Wettbewerb der Kontinente: Durchbruch oder Stagnation?” Experten der Leichtbau-Community jetzt nach. Die Runde moderierten Heinrich Timm, langjähriger Leiter des Audi Leichtbauzentrums, Inhaber zahlreicher Patente und Vorstandsmitglied des Carbon Composites e. V. (CCeV) und Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW, einer Agentur zur Technologieförderung des Landes Baden-Württemberg.

Die Panel-Teilnehmer waren allesamt davon überzeugt, dass der Automobilstandort Deutschland auf der Hut sein sollte. Als Fazit hielten Heinrich Timm und Dr. Wolfgang Seeliger fest: Statt „Angst vor Risiken mit Neuem”, muss dringend „Mut und Verantwortung zur Realisierung der Chancen mit Neuem” in die Köpfe des Managements deutscher Konzerne.

Wer den globalen Wettbewerb fest im Blick behält und daraus resultierende notwendige strategische Veränderungen entwickelt, kann Technologieführerschaft erlangen und behalten. Materialkonzerne, die im Wettbewerb der Technologien aufgeschlossen handeln, sind Mitgestalter der Zukunft. Die Voraussetzungen für den Erfolg sind: Verantwortung, Intelligenz und Mut. „Der Mut zu Veränderungen sollte uns mit Begeisterung treiben”, sind die beiden Moderatoren überzeugt.

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