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10.12.2014

Cross-Clustertreffen von BodenseeAIRea und Medical Mountains: Luft- und Raumfahrtbranche trifft auf Medizintechnik

Ob Qualitätsansprüche, Hochtechnologie oder aufwändige Zulassungsverfahren, es gibt einige Themen, die sowohl die Luft- und Raumfahrtindustrie als auch die Medizintechnikbranche betreffen. Grund genug für rund 25 Unternehmensvertreter des Luft- und Raumfahrtclusters BodenseeAIRea dem „Weltzentrum der Medizintechnik” einen Besuch abzustatten. In Tuttlingen zeigte sich, was die beiden Branchen vereint und was sie trennt.

„Weltzentrum der Medizintechnik” nennt sich Tuttlingen stolz, was hinter diesem Standort mit 400 Medizintechnikunternehmen und dem Netzwerk Medical Mountains steht, präsentierte Clustermanagerin Yvonne Glienke. Sie begrüßte am vergangenen Donnerstag rund 25 Unternehmensvertretern der Luft- und Raumfahrtindustrie, die aus dem Bodenseekreis nach Tuttlingen gereist waren, um mehr über die Medizintechnikbranche zu erfahren. Für einen Praxiseinblick sorgte die Henke-Sass, Wolf GmbH, die weltweit mit 1.000 Mitarbeitern, davon 400 am Hauptsitz Tuttlingen, Endoskope, Messgeräte und Spritzen für die Human- und Veterinärmedizin herstellt. Technische Bereichsleiter Günter Schnell erklärte die technischen Herausforderungen bei der Herstellung eines Endoskops und zeigte bei einem Rundgang durch die Fertigung, dass es einerseits eine automatisierte Mateallbearbeitung, anderseits aber auch noch einige Handarbeit in der Montage gibt.

Mit drei Fachvorträgen wurden die Teilnehmer auf die Transfermöglichkeiten der beiden Wirtschaftszweige aufmerksam gemacht. In einem Technologievortrag stellten Catherine Haas, und Dr. Georg Willich, beide von Airbus Defence and Space, ein neues umweltschonendes Verfahren zum Verkleben von Metallen vor. Dieses für die Raumfahrt entwickelte Laserverfahren könnte zukünftig auch für die Medizintechnik von Bedeutung sein. Gunnar Heimann ist seit 27 Jahren mit seinem Ingenieurbüro Heimann im Bereich der Softwareentwicklung tätig. Sein Unternehmsitz auf dem ehemaligen Dorniergelände in Immenstaad zeigt schon die Nähe zur Luft- und Raumfahrt. Vor zehn Jahren hat er seinen ersten Auftrag für die Medizintechnik angenommen und erzählte wie er dabei von seinem Wissen der standardisierten Verfahren und Zulassungen aus der Luft- und Raumfahrt profitieren konnte und seither für beide Branchen tätig ist. Ralf Weger von der Firma Schölly Fibreoptic zeigte auf, wie auch für Medizintechnikunternehmen neue Anwendungsmöglichkeiten und Märkte im Bereich Luft- und Raumfahrt erschließbar sind.

In der Diskussion unter den Teilnehmern wurde deutlich, dass es neben den Chancen und Gemeinsamkeiten zwischen der Luft- und Raumfahrt und der Medizintechnik auch deutlich Unterschiede gibt, beispielsweise im Bereich der Zulieferstrukturen. Während in der Luftfahrt von den Lieferanten statt Einzelteile immer größere Arbeitspakete und Teilsysteme gefordert werden, ist die Fertigungstiefe bei den Produktherstellern in der Medizintechnik äußerst hoch.

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