Gemeinsam stark für die Lebenswissenschaften: Cluster BioRN stärkt seit 30 Jahren das Biotechnologie-Ökosystem in Heidelberg und der Rhein-Neckar-Region

Das Bild zeigt sechs Personen.
Dr. Juliane Schaft, Managing Director (Dritte von rechts), mit ihrem Team von BioRN.
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Dr. Juliane Schaft, Managing Director (Dritte von rechts), mit ihrem Team von BioRN.

Mit seiner hohen Dichte an Industrie und akademischer Forschung, zählt das Life-Science-Ökosystem Rhein-Neckar zu den stärksten Hubs für Lebenswissenschaften und Biotechnologie in Europa. Das BioRN-Life-Science-Clustermanagement spielt eine zentrale Rolle dabei, die verschiedenen Stakeholdergruppen der Branche zu vernetzen, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen und Akteure aus Wissenschaft und Industrie – deutschlandweit und international – zu beraten.

Auf dem Campus Neuenheimer Feld im Technologiepark Heidelberg hat das Clustermanagement seine Büros. Von hier aus vernetzen die Geschäftsführerin des Clusters BioRN, Dr. Julia Schaft, und ihr Team die 185 Mitglieder des Clusters. Beim Thema Öffentlichkeitsarbeit, Communications und Veranstaltungen haben Stephanie Füller und Dr. Nicole Hecht (auch stellvertretende Geschäftsführerin) die Fäden in der Hand und werden dabei von Michelle Sommer unterstützt. Dr. Friedemann Loos, Dr. Alexya Azhakesan, Dr. Arantxa Encinas-López, und Daniela Weber arbeiten im Projektmanagement. Malika Fennech ist Büromanagerin und für die Finanzen ist Ursula Volk zuständig.

Starkes Clusternetzwerk mit breitem Themenspektrum

Die Mitglieder des Clusters BioRN setzen sich aus akademischen Einrichtungen, daraus entstandenen Spin-Outs, wachsenden Biotech-Unternehmen sowie den großen globalen Firmen der Region zusammen. Hinzu kommen Dienstleister und die Sekundärindustrie wie Zulieferbetriebe, Gerätehersteller oder Beraterinnen und Berater. Die Größe der Mitglieder variiert also zwischen Start-ups mit zwei Mitarbeitenden sowie großen Unternehmen mit tausenden Angestellten. Das Themenspektrum der Clustermitglieder ist sehr breit. Die Branchenschwerpunkte innerhalb der Lebenswissenschaften und der Biotechnologie liegen im Bereich der Pharmaentwicklung, Medikamentenentwicklung und Diagnostika. Die Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Onkologie, Neurowissenschaften, Immunologie, Bildgebungsverfahren sowie Omics und werden an den Forschungseinrichtungen Universität Heidelberg, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), European Molecular Biology Laboratory (EMBL), Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, den beiden Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim sowie dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit (ZI) vorangetrieben. Darüber hinaus gibt es Schnittstellen zur digitalen Gesundheit und zur Medizintechnik. Hinzu kommen beispielsweise sehr starke Plattformtechnologien und das neue Feld Synthetische Biologie.

Das Netzwerk wächst kontinuierlich. „Unsere Mitgliederzahl steigt jährlich um etwa zehn Prozent“, stellt Geschäftsführerin Dr. Julia Schaft fest. Und das resultiere nicht aus geografischem Wachstum, denn der Wirkungsbereich des Clusters steht fest. Er reicht über die Metropolregion Rhein-Neckar hinaus und umfasst einen Radius von rund 100 Kilometern um Heidelberg. Damit gehören auch wichtige Wissenschafts- und Industriestandorte wie Mannheim, Frankfurt, Mainz, Darmstadt oder Karlsruhe zum erweiterten Ökosystem. Insgesamt sind in dieser Region rund 1.200 Unternehmen und Institutionen im Bereich Life Sciences angesiedelt – ein enormes Potenzial für weitere Vernetzung.

Besonders erfreulich sei beim Thema Wachstum nämlich, dass in den vergangenen vier Jahren sehr viele neue Start-ups Teil des Netzwerks geworden sind – ein Zeichen für die dynamische Entwicklung des Life-Science-Ökosystems in der Region.

Die Arbeit des Clusters orientiert sich dabei stark an den Bedarfen der Mitglieder und der Marktsituation. In engem Austausch mit den Mitgliedern entstehen aus Herausforderungen konkrete Initiativen und Projekte – etwa zur Verbesserung von Rahmenbedingungen für Innovation und Translation. Auf diese Weise trägt BioRN dazu bei, die Region als international wettbewerbsfähigen Life-Science-Standort weiter zu stärken.

Von der Förderinitiative zum Innovationsökosystem

Das Cluster BioRN entstand 1996 im Rahmen der BioRegio-Initiative des Bundesforschungsministeriums. Ziel war es von Anfang an, das Biotechnologie-Ökosystem in der Rhein-Neckar-Region zu stärken und Wissenschaft, Unternehmen und weitere Akteure enger miteinander zu vernetzen.

In den folgenden Jahren wurde BioRN immer stärker zu einem wichtigen Impulsgeber für gemeinsame Projekte und Initiativen in der Region, berichtet die Geschäftsführerin. So war das Cluster unter anderem erfolgreich in der Spitzencluster-Ausschreibung 2008. Im Jahr 2015 spielte BioRN eine zentrale Rolle beim Aufbau eines internationalen Konsortiums, EIT Health, das als „Wissens- und Innovationsgemeinschaft“ (KIC) des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT) gegründet wurde.

Ein weiterer Baustein entstand im Rahmen des go-cluster-Programms des Bundeswirtschaftsministeriums: Mit dem BioRN Softlanding-Programm unterstützte BioRN internationale Unternehmen dabei, in der Region Fuß zu fassen, und erleichterte gleichzeitig Mitgliedsunternehmen den Zugang zu internationalen Märkten.

Über die Jahre hat sich BioRN als zentrale Plattform für Austausch und Zusammenarbeit das Life-Science-Ökosystem der Region als eines der stärksten europäischen Hubs entwickelt. Die Rolle von BioRN als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Industrie, Start-ups, Investoren und Politik zeigt ihre Wirkung besonders dort, wo aus Vernetzung konkrete Projekte entstehen.

„Unsere Aufgabe ist es, die richtigen Akteure zusammenzubringen und gemeinsame Ideen in tragfähige Projekte zu überführen“, erklärt Geschäftsführerin Dr. Julia Schaft. „Wenn das gelingt, entstehen daraus oft echte Leuchtturmprojekte für die Region.“

Aktionsfelder des Clustermanagements: Netzwerkarbeit, Sichtbarmachen, Interessenvertretung und Translation 

Ein wichtiger Aspekt der Netzwerkarbeit des Clusters sind verschiedene Event-Formate. Dazu gehört zum Beispiel die Jahreskonferenz „life – the biomedical convention“, aber auch etwas weniger formelle Events wie die BioRN-Lounge, die monatlich stattfindet. Hier informiert BioRN über aktuelle Entwicklungen im Ökosystem, gefolgt von einem Impulsvortrag und anschließendem Networking. Das Veranstaltungsangebot umfasse eine ganze Vielzahl an verschiedenen Formaten für unterschiedliche Fokusgruppen. Ziel ist es die richtigen Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Akademie und Öffentlichkeit zusammenzubringen. Neben dieser Form des Netzwerkens hat das Cluster eine Radarfunktion und bietet Dienstleistungen wie das BioRN Scouting an. Diesen Service nutzen beispielsweise internationale Firmen oder Investoren, die auf Basis einer spezifischen Suchanfrage nach neuen Innovationen, Investitionsmöglichkeiten oder Partnern Ausschau halten. Dr. Schaft erklärt: „Hierfür ist eine dezidierte Kenntnis des Ökosystems, tiefer Einblick in die akademische Forschung und viel Fingerspitzengefühl beim Matchmaking notwendig.“

Eine weitere Aufgabe des Clustermanagements ist es, die Region und die Mitglieder sichtbarer zu machen. Dazu gehört zum Beispiel, Erfolge der einzelnen Mitglieder oder die Region im In- und Ausland zu promoten und auf Veranstaltungen zu zeigen, was in der Region steckt. „Wir bringen auch die regionalen Kennzahlen heraus: Wie viele Firmen haben wir im Bereich der Life Sciences, wie viele Start-ups, wie viele Publikationen, Patentanmeldungen und vieles mehr“, so Dr. Schaft. Zu diesem Aktionsfeld gehört es auch, Großveranstaltungen in die Region zu bringen, was beispielsweise mit den Deutschen Biotechnologietagen 2025 in Heidelberg gelungen ist.

Als einem der größten Life-Science- und Biotech-Hubs Deutschlands spielen regulative Rahmenbedingungen eine große Rolle. So ist es auch Aufgabe von BioRN, kontinuierlich politische Lobbyarbeit zu leisten. Das Cluster sei nicht nur auf städtischer und regionaler Ebene aktiv, sondern auch auf Landes- und Bundesebene sowie in Brüssel. Die Mitglieder profitieren davon, dass das Clustermanagement ihre Anliegen bündelt und sich auf politischer Ebene für gute Rahmenbedingungen einsetzt. Ein Thema, für das sich das Cluster seit mehreren Jahren einsetzt, ist eine bessere Start-up-Finanzierung.

Das vierte Aktionsfeld ist des Thema Translation. Wie kann es gelingen mehr Grundlagenforschung in die Anwendung zu bekommen? Die Geschäftsführerin hebt zwei Leuchttürme dieser Initiative hervor, die BioRN in den vergangenen Jahren realisieren konnte:

1. BioLabs Heidelberg – ein Hotel für Start-ups

Der BioLabs-Inkubator nach US-amerikanischem Vorbild ist ein Gebäude, in das Start-ups in einer frühen Phase einziehen können und vollausgestattete Labore vorfinden. „Start-ups müssen nicht ein Jahr lang damit verbringen, ihre Labore mit viel Geld auszustatten und die Zulassung zu bekommen – dafür braucht man Zeit, Geld und Expertise, die man als Start-up nicht hat. In den Co-Working-Laboren von BioLabs , die man zudem agil nutzen kann, findet man bereits alles, was man für seine Forschungsarbeit braucht“, erklärt Dr. Schaft. Heidelberg war der erste Standort für dieses erfolgreiche US-Inkubator-Modell in Europa. Inzwischen zieht BioLabs Heidelberg auch internationale Start-ups in die Region.

2. Akademische Brücke BeLAB21/22 BRIDGE

Evotec, ein Dienstleister im Bereich präklinischer Entwicklung, baut weltweit sogenannte akademische Brücken (Bridges), so auch in der Rhein-Neckar-Region. Mit einem Fonds von 20 Millionen Euro für die präklinische Entwicklung akademischer Arzneimittelforschungsprojekte ist beLAB2122 eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen den akademischen Einrichtungen (EMBL, DKFZ, Universität Heidelberg, Universität Frankfurt und Universität Tübingen), Evotec und Bristol Myers Squibb. „Dediziertes Ziel der Bridge ist es, Start-ups zu kreieren. Dies ist bei anderen Evotec Bridges bereits gelungen. Das Projekt ist bei uns mitten in der Corona Pandemie gestartet, inzwischen sind etwa 15 Projekte gefördert und es wird damit gerechnet, dass sich in den nächsten Jahren die ersten Start-ups daraus gründen“, so die Clustermanagerin. Das Cluster arbeite daran, dieses Projekt zu verstetigen und neue Partner zu gewinnen.

Jubiläumsjahr 2026 und thematischer Ausblick

Das Thema Start-up-Finanzierung wird auch weiterhin ein Fokus der Arbeit des Clustermanagements bleiben. „Unser großes Ziel wäre, dass wir sowas wie das Boston am Neckar werden. Das dortige Cluster ist unser großes Vorbild“, betont Julia Schaft. Dort hätten die Firmen direkt auf dem Campus Niederlassungen und Industrie und Akademie könnten Seite an Seite arbeiten.

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres veranstaltete das Cluster die Jahreskonferenz 2026 zum ersten Mal unter dem neuen Namen „life – the biomedical convention“. Die Veranstaltung war mit 500 Teilnehmenden und 32 Ausstellenden ein großer Erfolg. Über das ganze Jahr hinweg sind weitere Aktionen und Veranstaltungen geplant.

Zitate der Mitglieder

Claudia Kettel-Mokhliss | Regional Marketing Manager - Europe | SPT Labtech

Wir sind seit Anfang 2025 Mitglied bei BioRN. Ausschlaggebend war für uns zum einen die Region Heidelberg als eines der stärksten Biotech- und Life-Science-Zentren in Deutschland, zum anderen das vielfältige und sehr dynamische translationale Ökosystem, das BioRN aktiv fördert und vernetzt. Die Mitgliedschaft eröffnet uns wertvolle Möglichkeiten zum Austausch mit relevanten Akteuren aus Wissenschaft und Industrie – sowohl im persönlichen Dialog vor Ort als auch über digitale Kommunikationsangebote. Darüber hinaus können wir uns aktiv in die inhaltliche Gestaltung von Networking- und Austauschformaten einbringen, beispielsweise durch einen wissenschaftlichen Beitrag im Rahmen des BioRN Launch. So erhöhen wir unsere Sichtbarkeit in der Region, stärken das Vertrauen in unsere Lösungen und erweitern unser Netzwerk. Durch die regelmäßige Präsenz vor Ort haben sich bereits zahlreiche wertvolle Gespräche und Kontakte ergeben. Im nächsten Jahr starten wir zudem eine Kooperation mit einem renommierten Forschungslabor, die unsere Präsenz in der Region weiter stärken wird.

Dr. Friedrich Reinhard | VP Academic Partnerships

Evotec ist seit 2021 Mitglied bei BioRN. Damals haben wir Regionen in Deutschland mit exzellenter akademischer Life-Science-Forschung und einem sehr guten Transfernetzwerk gesucht, um eine Öffentlich-Private-Kollaboration (eine Evotec „BRIDGE“) zu gründen, die die neuesten universitären Erkenntnisse gemeinsam mit den Forschenden in innovative Therapien entwickelt. BioRN ist hervorragend mit den akademischen Instituten der Region, der Start-up-Community und regionalen Investoren verknüpft. Dies war sowohl essenziell für die schnelle Verhandlung der beLAB2122 genannten Kollaboration als auch für viele erfolgreiche Kontakte mit Forschenden an den Instituten. Wir haben seitdem über 10 Projekte gefördert, von denen die ersten dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen werden und den Weg in eine Ausgründung gehen. BioRN ist auch für diesen Schritt durch sein über die Region hinausreichenden Netzwerk ein unverzichtbarer Partner.

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