ClusterERFOLG Januar 2025: „Ausblick in die Zukunft der Diagnostik-Branche mit BioLAGO e. V.!“

In Konstanz diskutierten rund 150 Expertinnen und Experten aus 11 Ländern bei der 6. „Diagnostics-for-Future Conference“ des „go-cluster“-Mitglieds BioLAGO e. V. über aktuelle Trends, Fragen und Innovationen in der Diagnostikbranche. Gemeinsam mit Unternehmen aus Europa und Asien blickte das Gesundheitsnetzwerk auf die Zukunft der Branche, zeigte regulatorische Herausforderungen auf und präsentierte innovative Lösungen für eine bessere Diagnostik der Zukunft.

Das Bild zeigt eine Simulation mit Publikum.
Rund 23 Aussteller präsentierten vor Ort neueste Produkte, Dienstleistungen und Technologien für die Diagnostik-Branche.
© Johann Schmidt/BioLAGO
BioLAGO: Ausblicke in die Zukunft der Diagnostik-Branche auf der 6. „Diagnostics-4-Future Conference“

Bessere und schnellere Diagnostik vs. Kostendruck und Regularien

Als eines der beiden Schwerpunktthemen der Konferenz wurden die Herausforderungen in der Diagnostik- und Gesundheitsbranche sowie in der Labormedizin beleuchtet. Insbesondere der wachsende, auf neue gesetzliche Auflagen zurückzuführende Kostendruck, ist im Labor- und Klinikalltag herausfordernd. Aktuell ist das Gesundheitssystem nicht auf neue Therapiemethoden und Diagnostik vorbereitet. Dokumentationsauflagen und rückläufige Vergütungen stellen weitere Hemmnisse dar. In der Podiumsdiskussion suchten Expertinnen und Experten aus Politik und Krankenversicherungen, Hersteller und Anwender von Diagnostik-Tests und Regulatorik nach Methoden und Wegen, wie die Finanzierungssicherheit einerseits und die Innovationskraft von Unternehmen andererseits gleichermaßen gelingen kann. Zukünftige Diagnoseverfahren müssen für Patientinnen und Patienten und das Gesundheitssystem bezahlbar bleiben.

Oliver Nolte, Vorstandsmitglied von BioLAGO

Die Zukunft der Diagnostik liegt in personalisierten, individuellen Lösungen durch die Kombination patientennaher Diagnostik und neuer, innovativer Testverfahren gepaart mit KI.

Diagnostik der Zukunft: personalisiert, individuell, innovativ und patientennah

Ein Zukunftstrend der Diagnostik, der auch bei der Konferenz im Mittelpunkt stand, ist die patientennahe Diagnostik (Point of Care, „POC“). Damit ist konkret die Durchführung diagnostischer Tests direkt beim Hausarzt bzw. der Selbsttest zuhause gemeint anstatt in einem medizinischen Zentrallabor. Die Vorteile hierbei sind schnelle Ergebnisse und erhebliche Kosteneinsparungen, da der Arzt- bzw. Klinikbesuch zu diesem Zweck wegfällt. Dennoch ist weiterhin die enge Begleitung der Patientinnen und Patienten durch den Arzt wichtig, um die Ergebnisse richtig auszuwerten. Obwohl bereits mehrere Tests für eine patientennahe Diagnostik verfügbar sind, werden sie noch wenig eingesetzt. Die aktuelle Studie „POCT ambulant“ des InfectoGnostics Forschungscampus in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Jena weist als mögliche Ursachen auf regulatorische und finanzielle Faktoren wie auch auf eine fehlende Integrierbarkeit in den Praxisalltag hin.

Konferenzrahmenprogramm als internationaler Treffpunkt

An der sechsten „Diagnostics-4-Future-Conference“ nahmen rund 150 Diagnostik-Fachleute aus 11 Ländern Europas (vorwiegend DACH-Region) sowie Asien und USA. teil. Über 20 internationale Aussteller präsentierten auf der zweitägigen Konferenz neueste Produkte, Dienstleistungen und Technologien für die Diagnostik-Branche. Die Teilnehmenden profitierten von verschiedenen Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten wie 1:1-Gesprächen, persönlichen Beratungsangeboten mit Fachleuten (Consulting Tables) zu Fragen aus Regulatorik oder Patentschutz, dem Ausstellungsprogramm und einem Pitch-Wettbewerb. Hierbei durften fünf Teilnehmende ihre Ideen für bessere Diagnostiklösungen dem Publikum vorstellen. Das Gesundheitscluster hat mit der Konferenz eine wichtige Plattform für die internationale Diagnostik-Branche geschaffen und liefert damit einen Beitrag, um den Transfer für neue Lösungen in der Gesundheitsversorgung zu fördern. Zu den unterstützenden Industriepartnern gehörten in diesem Jahr das Johner Institut, die ETO Gruppe, Curida Diatec AS und das Zentrum für Labormedizin St. Gallen. Im Herbst 2025 findet bereits die Folgekonferenz statt. Die Vorbereitungen laufen bereits.

Michael Statnik, BioLAGO Projekt- und Conference Manager

Die Konferenz hat sich als wichtige Plattform der internationalen Diagnostik-Branche etabliert und liefert einen Beitrag, um neue Lösungen in die Gesundheitsversorgung zu transferieren.

Die Diagnostics-4-Future-Conference ist aus dem 2018 abgeschlossenen BioLAGO-Förderprojekt DiagNET - Diagnostik der Zukunft von BioLAGO entstanden. Ziel des Förderprojektes war die Entwicklung und Anwendung neuer Diagnoseverfahren in einem Kompetenznetz von Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin in Deutschland, Schweiz und Österreich. Die Idee war, eine internationale Konferenz aufzubauen, bei der Anwender aus der Versorgung (Klinik, Labor) und Lösungsanbieter aus Industrie und Forschung zusammenkommen. Die Konferenz hat sich mit ihrem einzigartigen Konzept zu einem etablierten Format entwickelt. Am 7. und 8. Oktober 2025 findet die 7. Ausgabe der Konferenz statt.

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