ClusterERFOLG Dezember 2024: Inspirationen aus Estland für die digitale Verwaltung in Schleswig-Holstein
Bei einer Delegationsreise nach Estland haben sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und der digitalen Wirtschaft Schleswig-Holsteins von einem der weltweit führenden Länder in Sachen Digitalisierung inspirieren lassen. Der Besuch bei der estnischen Verwaltung in Tallinn wurde intensiv von der DiWiSH organisiert und begleitet, in Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei, der WTSH (Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein) sowie dem DigitalHub.SH. DiWiSH ist Mitglied im Programm „go-cluster“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).
Die Delegationsreise stand ganz im Zeichen des Wissenstransfers: Estland gilt als Vorreiter für digitale Verwaltungslösungen und setzt seit Jahren auf innovative Open-Source-Technologien wie „X-Road“, ein interoperables System zur sicheren Datenübertragung zwischen Behörden, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern. Besonders bemerkenswert: Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland in Deutschland, das eine eigene, konsequente Open-Source-Strategie verfolgt und nun auch Schritte unternimmt, X-Road als Teil der eigenen Infrastrukturen zu berücksichtigen. Die Delegation konnte sich vor Ort davon überzeugen, wie diese und andere Lösungen in der Praxis funktionieren und welche Vorteile sie für eine effiziente und bürgernahe Verwaltung bieten.
Exzellente Vernetzung mit hochrangigen Teilnehmenden
Im Auftrag der Staatskanzlei haben die DiWiSH und der DigitalHub.SH die Delegationsreise und dessen Besetzung geplant. Die DiWiSH spielte eine zentrale Rolle bei der Organisation und nutzte ihre aufgebauten Kontakte, beispielsweise zur Auslandshandelskammer im Baltikum, um ein hochkarätiges Programm auf die Beine zu stellen. Zu den Teilnehmenden der Delegationsreise zählten Politiker und Politikerinnen der schleswig-holsteinischen Landesregierung – darunter der Minister für Digitalisierung Dirk Schrödter und die Staatssekretärin Julia Carstens – sowie Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ressorts der Landesregierung. Ergänzt wurde die Gruppe durch kuratierte Vertreterinnen und Vertreter digitaler, fortschrittlicher Unternehmen und Kommunen aus Schleswig-Holstein, die ihre Perspektiven und Erfahrungen in den Austausch einbringen konnten.
„Diese Delegationsreise hat gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Vorreitern wie Estland und Schleswig-Holstein ist. Indem wir den Wissenstransfer aktiv gefördert haben, konnten wir Entscheidungsträgern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft vor Augen führen, wie Digitalisierung in der Praxis umgesetzt werden kann. Dieser Einblick hat uns wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung unserer eigenen Strategien und Maßnahmen geliefert.“ |
Digitaler Erfolg durch Zusammenarbeit
Der baltische Staat hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem Paradebeispiel für digitale Transformation entwickelt. E-Residency, digitale Identitäten und papierlose Verwaltung sind keine Zukunftsvisionen, sondern Realität. Bei der Reise erlebte die Delegation ein umfassendes Programm, das die Schlüsselfaktoren für Estlands digitalen Erfolg beleuchtete. Einer davon: Estland verstand seine digitale Agenda nie als isolierte Aufgabe. Der Erfolg gründet vielmehr auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft – von der Regierung über Start-ups bis hin zu führenden Technologieunternehmen. Diese Zusammenarbeit zeigt, wie eine geteilte Vision für Digitalisierung erfolgreich Früchte tragen kann.
Mit der Unterstützung der DiWiSH und dem Engagement der Delegationsteilnehmenden hat Schleswig-Holstein einen weiteren Schritt gemacht, um sich als Vorreiter für eine moderne, digitale Verwaltung in Deutschland zu positionieren. Estland hat gezeigt, was möglich ist – und Schleswig-Holstein hat nun die perfekte Inspiration, um diese in konkreten Projekten umzusetzen.