IT-Zukunft made in Aachen: REGINA e. V. als Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft
An der Fakultät Informatik der RWTH Aachen arbeiten Forschende und Studierende an Themen, die unsere digitale Zukunft prägen – von Mensch-Computer-Interaktion über Medieninformatik bis hin zu Quantencomputing. Im Informatikzentrum der Universität in der Ahornstraße hat auch das Clustermanagementteam des REGINA e. V. seinen Arbeitsmittelpunkt und ist damit ganz nah dran an den Zukunftsthemen und Innovationen. Von hier aus vernetzen Geschäftsführerin Daria Adenaw, Projektmanagerin Angelika Backes und zwei studentische Hilfskräfte Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Talente der Region.
Gemeinsam fördern sie den Austausch zwischen Wissenschaft und IT-Wirtschaft, entwickeln neue Ideen und schaffen Raum für Kooperationen, aus denen nachhaltige Impulse für die IT-Region Aachen entstehen.
Starker regionaler Verbund aus Hochschulen und Unternehmen zur Fachkräftesicherung
Der Regionale Industrieclub Informatik Aachen - REGINA e.V. startete vor über 30 Jahren, um die IT-Region Aachen zu stärken und Fachkräfte dort zu erhalten sowie Fachkräfte von morgen aufzubauen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der RWTH Aachen, der Fachhochschule Aachen und Vertreter aus der regionalen IT-Wirtschaft mit enger Verbindung zu den Hochschulen gründeten 1991 den Verein. Heute gehören 130 Mitglieder dem Cluster an – in erster Linie kleine und mittelständische Unternehmen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen aus der Region. Auch einige Start-ups sind Mitglied im Cluster.
Die Aufgabe der Fachkräftesicherung hat das Cluster von Beginn an sehr breit gefasst. Eines der Ziele ist es, die Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen in der Region zu halten. Eine zweite Säule ist die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern. Der Erfolg dieser Förderung liege weiter in der Zukunft, weshalb es anfangs teilwiese schwieriger gewesen sei, Unternehmen von solchen Maßnahmen zu überzeugen, berichtet Hajo Noerenberg, Vorsitzender des REGINA e. V. und Geschäftsführer der Bauer + Kirch GmbH. Dem REGINA e. V. sei es aber gelungen, Begeisterung dafür zu schaffen, tolle Formate gemeinsam mit Unternehmen zu entwickeln und zu verstetigen. Die Aufgabe der Fachkräftegewinnung sei bis heute topaktuell, sind sich Daria Adenaw und Hajo Noerenberg sicher. Der Verein habe zwar unheimlich viel geschafft, aber man werde den Fachkräftemangel nicht lösen. Hinzu kommt: „Wir haben jedes Jahr neue Absolventinnen und Absolventen, neue Schulklassen. Im neuen Jahr fangen wir wieder bei null an“, so Adenaw. Der Verein habe sich in den Jahren seines Bestehens immer wieder neu erfinden müssen, da die IT in allen Lebensbereichen eine enorme Bedeutung erlangt hat. Auch die Hochschulen und Universitäten haben die Informatik kontinuierlich ausgebaut und weiter professionalisiert.
REGINAs vielseitige Aktivitäten
Die Aktivitäten des Clusters lassen sich in drei Bereiche einteilen: Zunächst ist REGINA ein Netzwerk, das viele Networking-Veranstaltungen anbietet. Dazu gehören unterschiedliche Online- und Präsenzformate, die die Geschäftsstelle im Wechsel veranstaltet. Der eigene Anspruch ist es, den Mitgliedern einmal im Monat die Möglichkeit zu geben, ein REGINA-Event zu besuchen. „Im Moment stehen die großen Themen KI, Cyber Security und Digitalisierung im Fokus“, so Adenaw. Auch was das Feld Human Resources angeht, ist REGINA aktiv. So hat das Team unter anderem Vernetzungsaktivitäten zwischen den HR-Abteilungen in den Mitgliedsunternehmen organisiert und Angebote zum Thema Marketing geschaffen. Regelmäßige Austausch-Formate sind zum Beispiel das HR-Café oder das REGINA-Café – Online-Treffen zu aktuellen Themen oder innovativen Verfahren und Techniken oder interaktive Diskussionsrunden für Frauen in Tech-Berufen (#frauenintech).
Der zweite große Arbeitsbereich des Vereins befasst sich mit dem Thema Recruiting. Hier nimmt das Cluster alle relevanten Zielgruppen in den Blick – angefangen bei den Schülerinnen und Schülern, über Studierende, Absolventinnen und Absolventen bis hin zu Fachkräften. Daria Adenaw hebt eine Aktion hervor, die zwar auf den ersten Blick klein wirke, aber dennoch große Wirkung zeige. Sie heißt „Karriere per Klick: 1 Bewerbung – 100 Empfänger“. Dafür können Jobsuchende ihre Bewerbungsunterlagen an REGINA schicken und das Team leitet diese dann an ihre Mitgliedsunternehmen weiter. Interessierte Unternehmen nehmen im Anschluss Kontakt mit den Bewerberinnen und Bewerbern auf. Diese Aktion sei sehr beliebt, gerade bei Studierenden aus dem Ausland, die Aachen nicht kennen und nicht wissen, wo sie sich bewerben können. Gleichzeitig sei es für Studierende eine schöne Möglichkeit, einen Praktikumsplatz zu bekommen. Ein weiteres Erfolgsprojekt war zudem eine Initiative zur Gewinnung von IT-Fachkräften aus dem Ausland. Die Idee von „5x5 – Welcome to Aachen“ war, junge internationale Fachkräfte der Informatik bzw. natur- oder ingenieurswissenschaftlicher Fächer nach Aachen einzuladen. Hier hatten sie Gelegenheit, Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern der Region Aachen zu knüpfen und sich mit ihnen persönlich über die Einstellungsmöglichkeiten zu unterhalten. Eine Besonderheit war, dass die Bewerber bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der REGINA-Mitgliedsunternehmen übernachteten. Mehr als die Hälfte dieser IT-Fachkräfte fand aufgrund der 5x5-Initiative eine Anstellung. Eine Teilnehmerin des Programms, die inzwischen fest in Aachen arbeitet, habe sich bei einem offiziellen Termin im Rathaus mit den Worten bedankt „REGINA changed my life“. „Da habe ich gedacht, wir können mit dem Verein etwas bewirken“, so Hajo Noerenberg. Solche Momente seien sehr motivierend. Durch die Unterstützung im Rahmen einer „go-cluster“-Förderung führte REGINA dieses Format dreimal durch. Ein weiteres Veranstaltungsformat im Bereich Recruiting, das das Cluster aufgebaut und das sich inzwischen etabliert hat, ist die Nacht der Unternehmen. Dabei präsentieren sich Unternehmen der Region, öffnen ihre Türen für Besucherinnen und Besucher und fungieren als Karrieremesse. 2025 findet die Nacht der Unternehmen bereits zum 21. Mal statt.
Last but no least bietet das Team um Daria Adenaw auch Angebote rund um das Thema Coaching und Workshops an: „Das geht natürlich aus dem Networking hervor. Wir haben Unternehmen unterschiedlicher Strukturen und da entstehen Gruppierungen, in denen ältere erfahrenere Unternehmerinnen und Unternehmer dann ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen coachen“, so Adenaw.
Um die Mitglieder zu erreichen, nutzt das Cluster neben Newslettern auch Social-Media-Kanäle wie LinkedIn, Instagram und TikTok und ist hier sehr aktiv. Der Account „aachen_makes_it“ auf Tiktok spreche die jüngste Zielgruppe an und komme Mitgliedsunternehmen zugute, die über Fachthemen oder Aktionen berichten möchten. „Mit der neuen Aktion 30 Jobs in 30 Tagen stellen wir jeden Tag ein Unternehmen vor und haben eine Protagonistin, die Ausbildungsplätze und IT-Jobs in unseren Unternehmen testet“, erklärt Adenaw.