Kunststoff-Institut Lüdenscheid: Delegation des Wirtschafts- und Umweltministeriums NRW zu Gast beim Werkstoffforum der Zukunft
Eine Delegation des Wirtschafts- und Umweltministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) sowie Teilnehmende der Business Metropole Ruhr und der Wirtschaftsförderung des Kreises Unna haben sich Anfang Juni 2025 im Werkstoffforum der Zukunft (WdZ) am Standort der Nature Compound GmbH in Schwerte umfassend über das innovative Projekt im „5-StandorteProgramm“ informiert. Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid ist Konsortialführer des Vorhabens.
Mit dem auf vier Jahre ausgelegten Projekt Werkstoffforum der Zukunft sollen Akteure der Kreislaufwirtschaft und der kunststoffverarbeitenden Industrie in der Region integriert und die Kunststoffindustrie als Stabilitätsanker in NRW durch gezielte Transformation gestärkt werden.
Eines der Kernziele des Projekts ist, insbesondere die technischen Kunststoffe in den Fokus zu nehmen. Diese kommen in Schlüsselindustrien wie der Automobilbranche, Elektro- oder Bauindustrie zum Einsatz. Die Unternehmen sehen sich zunehmend mit regulatorischen Vorgaben konfrontiert, die den Einsatz nachhaltiger Materialien fordern. Damit läuft die Branche auf eine Rezyklatmangellage zu, die es zu kompensieren gilt.
Ziel ist, den Unternehmen die Werkzeuge und das Wissen an die Hand zu geben, um die Herausforderungen der Ressourcensicherung z. B. mit eigenen Geschäftsmodellen zu meistern. Hierbei bedienen sich die Projektpartner eines Methodensets, um innerhalb von Unternehmensworkshops diese Potentiale zu identifizieren. Im ersten Workshop wurden bereits Handlungsempfehlungen und technologische Konzepte erfolgreich erarbeitet. Besonders kleinere und mittelständische Betriebe profitieren von dieser Möglichkeit, die im Forum entwickelten Ansätze direkt in ihre Prozesse zu integrieren.
Die Aufnahme des Status quo und die Evaluierung möglicher Stoffströme im Werkstoffforum sind erste Schritte, um Lösungsräume für Unternehmen ableiten zu können. Eine Sonderstellung wird zukünftig der digitale Produktpass einnehmen, der die Komponenten, Materialien und dessen Eigenschaften dokumentiert. Diese Daten und Kennwerte bilden die Grundlage für ein künftiges Bewertungsschema, das die Recyclingfähigkeit und Nachhaltigkeit von Kunststoffen bewertet.
Einen weiteren, echten „Meerwert“ erzielen Partner des Werkstoffforums z. B. mit der Integration von Algen als neue Ressource mit Ambitionen im Kontext nachhaltiger Materialien, und das nicht nur für Verpackungen. Das Forum unterstützt damit ebenfalls den Ausbau der Bioökonomie-Strategie des Landes NRW als Wachstumstreiber für die Branche.
Die Vision des Werkstoffforums reicht weit über die aktuelle Förderperiode hinaus. Ziel ist es, Unternehmen zu befähigen, nachhaltige Werkstoffnutzung eigenständig auszubauen und auf andere Prozesse zu übertragen. Mit regionaler Verankerung auf der Schnittstelle des Kreises Unna als Wachstumsbranche für Kreislaufwirtschaft, der Metropole Ruhr und der starken Kunststoffregion Südwestfalen, schafft das Werkstoffforum in Nordrhein-Westfalen Modellcharakter für nachhaltige Werkstoffnutzung mit nationaler und internationaler Strahlkraft.
Die Ministerien als auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaften konnten sich davon überzeugen, wie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und innovative Ansätze nachhaltige Lösungen entstehen. Das Werkstoffforum verbindet technologische Innovation mit einem klaren gesellschaftlichen Auftrag und zeigt, dass Kunststoffe nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung sein können.