Meldung
15.10.2020

„go-cluster“: Erfolgreiches virtuelles Clustertreffen des BMWi-Programms

„Großes Dankeschön vonseiten der Bundesregierung“ an alle Innovationscluster

Am 8. Oktober 2020 nahmen fast 70 Clustermanager:innen und Clusterexpert:innen am virtuellen Clustertreffen des Programms „go-cluster“ teil. Dieser persönliche, programminterne Informations- und Erfahrungsaustausch fand erstmals im virtuellen Raum und mit unterschiedlichen digitalen Formaten statt. Thomas Jarzombek, der Beauftragte des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups, richtete herzliche Grüße von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier aus: Minister Altmaier verfolge mit großem Interesse, was die Clustermanagement-Organisationen alles leisteten – gerade angesichts der Pandemie.

Logo des Programms go-cluster
Logo go-cluster

Jarzombek verwies auf die mannigfachen Herausforderungen von Covid-19 und betonte, dass ein Ende der Pandemie vorerst nicht absehbar sei, ebenso wenig wie das Ausmaß der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen. Doch er machte auch Hoffnung: „Wir finden gemeinsam neue Wege“.

„Clustermanagements sehr wichtig für uns“

Jarzombek dankte den Clustermanagement-Organisationen (CMO) für ihre Arbeit: Sie unterstützten ihre Mitglieder mit wichtigen Informationen, etwa zu Kurzarbeit, Hygienemaßnahmen etc. Einige CMO hatten auch bei der Herstellung von Alltagsmasken und anderen Produkten für die persönliche Schutzausrüstung geholfen. Clustermanagements sind „flexibel, leistungsfähig, gut vernetzt und sehr wichtig für uns“, so Jarzombek.
„Das Programm ,go-cluster‘ werden wir weiterführen“, betonte er. Das BMWi wolle sich weiter dafür „einsetzen, dass Clusterinitiativen leistungsstark aufgestellt sind“. Zum Schluss seiner Begrüßung richtete er ein großes Dankeschön vonseiten der Bundesregierung aus.

Keynote zur Clusterförderung in Krisenzeiten

Zum Thema „Clusterförderung in Krisenzeiten – Impulse für den Aufbruch zu neuen Ufern?“ lieferte Prof. Dr. Martina Fromhold-Eisebith erhellende Einsichten. Prof. Fromhold-Eisebith leitet den Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie an der RWTH Aachen und ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung.
Die Corona-Pandemie sei die größte Herausforderung für die Clusterförderung seit Jahrzehnten: Es drohe der Absturz ganzer Branchenfelder. Unsicherheit herrsche darüber, wie viele Infektionswellen es geben werde – und ob sogar dauerhafter Konsumverzicht drohe.
Als konkrete Folgen für Cluster benannte Fromhold-Eisebith u. a. Volatilität bei Betriebsentwicklung und Clusterdynamik, steigenden Wettbewerbs- und Kostendruck, den Zwang zu kreativer Erneuerung im Clustergefüge sowie die (Re-)Regionalisierung von Wertschöpfungsketten.
Das Fazit von Frau Prof. Fromhold-Eisebith: Clustermanagements sind gefragter denn je, um Betriebe bei der Bewältigung der Krisenfolgen zu unterstützen. Wichtige Elemente dieser Unterstützung seien grüne Konjunkturpakete, die Etablierung von Bausteinen für regionale Resilienz sowie die Fähigkeit, den Trend zu mehr Nachhaltigkeit mit der Gemeinwohl-Ökonomie zu verbinden.

Fachlicher Austausch in den Breakout-Sessions

In drei Breakout-Sessions wurden übergreifende Themen der Clusterpraxis behandelt: Öffentlichkeitsarbeit in CMO, die Rolle der Cluster bei der wirtschaftlichen Erholung und Personalsteuerung in CMO. Die Sessions boten allen Teilnehmenden eine gute Gelegenheit, Informationen und Erfahrungen auszutauschen.
In der englischsprachigen Session „Back on track – The role of clusters in the recovery: Global best practises and possibilities“ lieferten die Teilnehmenden zahlreiche Beispiele für die Innovations- und Leistungsfähigkeit von Clustern und Clustermanagements. So hat biosaxony, ein Mitglied von „go-cluster“, beispielsweise den Aufbau eines Netzwerks von 3D-Druck-Dienstleistern für Gesundheitsversorger unterstützt. Die European Alliance Against Coronavirus wiederum zeigt, wie Clusterorganisationen aus verschiedenen Ländern gemeinsam auf die Herausforderungen der Covid-19-Pandemie reagierten.
Zum Thema Personalsteuerung wurde der Vorschlag entwickelt, dass „go-cluster“ die Programmmitglieder z. B. mit einer clusterspezifischen Jobbörse sowie durch Weiterbildungs- und -qualifizierungsangebote unterstützen könnte.

Ansturm auf European Cluster Conference

Einen Ausblick auf die European Cluster Conference am 10. und 11. November 2020 unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft bot Dr. Ulla Engelmann von der DG GROW der Europäischen Kommission. Ergänzt wird die Konferenz vom Intra-European Matchmaking Event am 11. und 12. November 2020. Auf der Konferenz wird u. a. der bzw. die European Clustermanager of the Year ausgezeichnet. Frau Dr. Engelmann motivierte für eine hohe Beteiligung deutscher Innovationscluster und riet dringend zur frühzeitigen Anmeldung zur Konferenz und den 14 Breakout-Sessions, weil der Ansturm insgesamt enorm sei.

„Blick zurück! Blick nach vorn!“

Claudia Buhl vom Programmdienstleister VDI/VDE Innovation + Technik GmbH blickte auf ereignis- und erlebnisreiche Jahre im Programm „go-cluster“ zurück – sowohl anekdotisch als auch statistisch. So wurden seit 2012 beispielsweise 150 Individualberatungen und Seminare für die Programmmitglieder durchgeführt.

Eric Mischke vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zeigte sich begeistert vom virtuellen Clustertreffen. Die gelungene Veranstaltung habe den Elan der Innovationscluster verdeutlicht. Der wichtige und wertvolle Einsatz von Innovationsclustern mit ihren Clustermanagement-Organisationen werde vom BMWi sehr geschätzt.

Finanzierung und Kommunikation zentrale Herausforderungen

In einer Spontanumfrage über ein digitales Abstimmungstool nannten die Teilnehmenden des Clustertreffens die Themenkomplexe „Finanzierung der Clusteraktivitäten“ und „Digitale Clusteraktivitäten und Kommunikation“ als zwei zentrale Herausforderungen der kommenden zwölf Monate.

Nach Abschluss des formalen Teils konnten sich die Teilnehmenden in fünf virtuellen Vernetz-BARs zwanglos und, so gewünscht, bei einem Feierabendgetränk austauschen.

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