Meldung
09.10.2020

it’s OWL: Neues Kompetenzzentrum – KI für eine bessere Arbeitswelt

Fünf-Jahres-Projekt mit 10,7 Millionen Euro Fördervolumen

Das Kompetenzzentrum „KI für die Arbeitswelt des industriellen Mittelstands“ (KIAM) wurde im Rahmen der BMBF-Ausschreibung „Kompetenzzentren für Arbeitsforschung“ ausgewählt. Mit dem Kompetenzzentrum können Ergebnisse aus der Spitzenforschung für die Industrie in Ostwestfalen-Lippe verfügbar gemacht und in die Anwendung im Mittelstand überführt werden. 18 Hochschulen und Unternehmen aus dem Umfeld des Clusters it's OWL – Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe entwickeln gemeinsam mit der IG Metall konkrete Ansätze für Arbeitsplatzgestaltung und Qualifizierung. Das am 1. Oktober 2020 gestartete Kompetenzzentrum wird für die nächsten fünf Jahre gefördert. In dieser Zeit werden darin verschiedene Ansätze entwickelt und erprobt.

it’s OWL: Neues Kompetenzzentrum – KI für eine bessere Arbeitswelt
© Sergey Nivens/Adobe Stock
it’s OWL: Neues Kompetenzzentrum – KI für eine bessere Arbeitswelt

Das Kompetenzzentrum KIAM gehört zu den zwei Projekten, die aus 47 Bewerbungen in der BMBF-Ausschreibung „Kompetenzzentren für Arbeitsforschung“ ausgewählt wurden. Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer der it‘s OWL Clustermanagement GmbH: „Die Auszeichnung ist ein Riesenerfolg für OstWestfalenLippe. Unsere Hochschulen und Fraunhofer-Einrichtungen sind führend in der KI-Forschung, mit it‘s OWL haben wir hervorragende Transferstrukturen für kleine und mittlere Unternehmen aufgebaut. Mit dem Kompetenzzentrum können wir die Ergebnisse aus der Spitzenforschung für die Industrie in OWL verfügbar machen und in die Anwendung im Mittelstand bringen.“

Kompetenzmanagement, Mitarbeiterbeteiligung und Technologieakzeptanz

Künstliche Intelligenz (KI) wird die Arbeitswelt grundlegend verändern: KI-Systeme unterstützen Arbeitsprozesse, übernehmen Aufgaben und schaffen neue Arbeitsfelder. Die Identifikation von Einsatzmöglichkeiten und die Entwicklung konkreter Lösungen stellen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor Herausforderungen, wie etwa fehlende Fachkräfte oder unklare organisationale und technologische Voraussetzungen. KIAM führt Erkenntnisse der Arbeitsforschung in diesem Zukunftsfeld zusammen. Themenschwerpunkte sind z. B. Arbeitsplatzgestaltung, Kompetenzentwicklung und Change Management. KIAM wird getragen durch die Universitäten Bielefeld und Paderborn, die TH OWL, die FH Bielefeld, die Fachhochschule der Wirtschaft, Fraunhofer IEM und Fraunhofer IOSB-INA sowie die Unternehmen Atos, Bette, Bosch Rexroth, Deutsche Angestellten-Akademie OWL, Dr. Oetker, Kannegiesser, itelligence, Lenze, Miele, WAGO, Weidmüller und die IG Metall.

In Leuchtturmprojekten entwickeln Forschungseinrichtungen und Unternehmen konkrete Lösungen, in denen KI-Technologien für unterschiedliche Anwendungsfelder verfügbar gemacht werden.

Auswirkungen digitaler Prozesse auf Arbeitsqualität, Anforderungen und Berufsbilder

Weidmüller beispielsweise erarbeitet gemeinsam mit der Fachhochschule Bielefeld neue Ansätze für die Kompetenzvermittlung für Auszubildenden und Beschäftigen. Das Unternehmen setzt schon jetzt digitale Technologien wie Datenbrillen und Tablets für die Bedienung und Wartung von Maschinen ein. In dem Projekt werden die Auswirkungen digitaler Prozesse auf Arbeitsqualität, Anforderungen der Beschäftigten und Berufsbilder untersucht. Auf dieser Grundlage werden Weiterbildungsformate entwickelt, in denen die neuen Anforderungen mit Methoden des digitalen Lernens vermittelt werden. Dabei sollen auch digitale Lernassistenten eingesetzt werden. Darüber hinaus wird untersucht, welche Veränderungen in der Organisation (wie Lernkultur, agile Strukturen), im Führungsverständnis und in der Mitbestimmung erforderlich sind. Durch die enge Kooperation mit dem Betriebsrat und der IG Metall werden dabei die Interessen der Beschäftigten eingebunden.

Miele wird Ansätze für die intelligente Personaleinsatzplanung erarbeiten, Bette ein intelligentes Wissensmanagement. WAGO plant die Entwicklung eines KI-basierten Vertriebsassistenten, Dr. Oetker eine KI-gestützte Absatzplanung. Kannegiesser will die Sortierung von Wäsche optimieren.

Transfer in den Mittelstand

Die Ergebnisse und Erfahrungen aus den Leuchtturmprojekten sollen für KMU verfügbar gemacht werden. Dazu werden eine Informationsplattform aufgebaut, gute Beispiele aufbereitet sowie Veranstaltungen und Workshops durchgeführt. In Weiterbildungen werden Beschäftigte für den Einsatz von KI-Technologien qualifiziert. In Transferprojekten können Unternehmen in Kooperation mit einer Forschungseinrichtung neue KI-Technologien nutzen, um konkrete Herausforderungen in ihrem Betrieb zu lösen. Dabei unterstützen Transferpartner des Kompetenzzentrums, beispielsweise owl maschinenbau und die OstWestfalenLippe GmbH.

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