Meldung
22.03.2019

Strategische Partnerschaft Sensorik: Big Data im Human Resource Management

Datenschutz trifft auf moderne Personalentwicklung im Sensorik-Netzwerk

Dank neuer Technologien lassen sich zahlreiche Daten auch für das Human Resource Management sammeln. Betriebsrat, Compliance und Co heben jedoch derzeit den Zeigefinger, wenn Stichworte wie Datenschutz und Persönlichkeitsrecht fallen. Treffen hier zwei Welten aufeinander? Können nur kleine, wendige Organisationen innovative Personalentwicklung oder „Arbeit 4.0” derzeit tatsächlich umsetzen? Wer im wahrsten Sinne des Wortes „Recht hat”, beleuchtete die Strategische Partnerschaft Sensorik (SPS) beim DiaLogisch Praxis-Treff am 21. März 2019.

Der Sicherheitsexperte Dr. Thomas Nowey (CISO und Konzerndatenschutzbeauftragter Krones Group) zeigte, wie sich in einem konstruktiven Austausch mit der HR-Abteilung datenschutzkonforme Lösungen für seinen Konzern schon finden haben lassen. Der bundesweit bekannte Rechtsexperte und Publizist Dr. Till Kreutzer von iRights.Law zeigte ergänzend hierzu, worauf es ankommt, wenn Unternehmen Personalentwicklung mit digitalen Lernmedien selbst in die Hand nehmen.

Sind die Vorreiter der Digitalisierung im Human-Resources-Umfeld zwangsweise Regelbrecher? In den letzten Jahren häuften sich skandalträchtige Meldungen rund um das Thema Datenschutz im Arbeitsalltag. Mittlerweile mahnen immer mehr kritische Berichte eine systematische Rund-um-die-Uhr-Überwachung der Mitarbeiter an. Nicht zwangsweise heißt das Tracking von Mitarbeitern aber Überwachung. Vielmehr geht es darum, die Daten sinnvoll zu nutzen, seien es leistungsbezogene Daten, Daten über die Befindlichkeit der Mitarbeiter oder deren Aktivitäten. Im Human Resource Management kann Big Data einer an den Mitarbeiter und seine Bedarfe angepassten Personalentwicklung dienen. Aber inwieweit ist das Sammeln von Daten mit gängigen Datenschutzregelungen vereinbar? Im DiaLogisch Praxis-Treff am 21. März 2019 zeigte das Sensorik-Netzwerk Ansätze aus der betrieblichen Praxis, die Datengenerierung und Datenschutz vereinbaren. Als Best Practice schilderte Dr. Thomas Nowey (CISO und Konzerndatenschutzbeauftragter Krones Group, Syskron Security) Erfahrungswerte bei der Entwicklung datenschutzkonformer Lösungen, angefangen bei Möglichkeiten zur Speicherung und Auswertung von Inhalten aus Chats über die Anpassung von Betriebsvereinbarungen bis hin zur Einführung von Cloud-Services für die HR.

Persönlichkeitsrecht und Datenschutz spielen auch im Bereich „Digitales Lernen” eine Rolle. Besonders dann, wenn Unternehmen und ihre Mitarbeiter Lernmedien für die betriebliche Praxis selbst mit digitalen Medien entwickeln und verbreiten. Mitarbeiter dokumentieren per Foto, kurzem Video, Message an Kollegen. Worauf hier genau zu achten ist, sei es im Hinblick auf Lizenz- und Urheberrechte bei der Einbindung externer Unterlagen oder auch im Hinblick auf Persönlichkeitsrechte, z. B. bei der Dokumentation von Prozessen und Arbeitsschritten, erläuterte Dr. Till Kreutzer (iRights.Law), zugleich auch Mitgründer des iRight.Labs, einem unabhängigen Think Tank über Strategien für die digitale Welt und Experte im Recht bei E-Learning und OER.

Projekt CoDiCLUST: „Digitales Lernen“ und die Entwicklung von Medienkompetenz im Sensorik-Netzwerk

Im Sensorik-Netzwerk entsteht im Zuge des BMBF-geförderten Projekts CoDiCLUST eine neue Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema „Digitales Lernen”. Der DiaLogisch Praxis-Treff ist Teil dieses Projekts und bietet eine Plattform für alle, die sich mit den Trends der Arbeitswelt aktiv auseinandersetzen und sich neue Impulse für die eigene Arbeit holen wollen. Interessierte können ihr Netzwerk erweitern und die Möglichkeit nutzen, sich unternehmensübergreifend auszutauschen. Im Nachgang zu den Vorträgen stehen die Experten zum Austausch zur Verfügung.

Weitere beteiligte Partner am Projekt CoDiCLUST sind neben dem Netzwerkmanagement des Strategischen Partnerschaft Sensorik e. V. der SoWiBeFo e.V. mit über 25 Jahren Erfahrung im Bereich beruflicher Weiterbildung sowie Experten der Universität Regensburg (Rechenzentrum und Professur für Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt „Lernen mit visuellen Medien“). Essenzieller Bestandteil des Projekts CoDiCLUST ist die Ausbildung von „Lotsen für Digitales Lernen (IHK)” in den Firmen. Kompetenz zur Gestaltung von Lernmedien können die Teilnehmenden ab Mai 2019 in dieser Seminarreihe erwerben. Sie erfahren u. a., worauf im Hinblick auf Datenschutz und IT Sicherheit bei der Erstellung von Lernmaterialien im Detail zu achten ist.