Organic Electronics Saxony: Spitzenforschung aus Sachsen mit flexiblen OLEDs auf ultradünnem Glas und gedruckter 3D-Elektronik
Das Cluster Organic Electronics Saxony (OES) präsentierte die neuesten Entwicklungen seiner Mitglieder auf der internationalen Fachmesse für gedruckte Elektronik, LOPEC, die vom 14. bis 15. März 2018 in München stattfand. Zwölf Aussteller waren auf dem OES-Gemeinschaftsstand in München vertreten. Erstmalig stellten auch Kooperationspartner aus Japan gemeinsam mit den sächsischen Partnern die innovativen Technologien aus dem kollaborativen Internationalisierungsprojekt „Origami” vor. Die thermische Verformung zweidimensional gedruckter Elektronik und die Integration gedruckter Organischer Leuchtdioden (OLEDs) in Verpackungen und Printmedien standen in diesem Projekt im Vordergrund.
„Wir freuen uns, dass die japanischen Industrie- und Forschungspartner intensiv mit sächsischen Akteuren den Marktdurchbruch in der gedruckten Elektronik forcieren wollen. Nach vielen Jahren des gemeinsamen Kooperationsaufbaus ist es ein besonderes Zeichen, dass wir unsere Aktivitäten erstmalig auf einem gemeinsamen Messestand präsentieren.“ betonte Dr. Dominik Gronarz, Geschäftsführer von OES, im Vorfeld der Veranstaltung.
An beiden Messetagen lud OES zum Business Talk auf seinen Gemeinschaftsstand ein. Thematisch ging es um die Fortschrittsentwicklung des letzten Jahres, gleichzeitig sollten aber auch die zukünftigen Herausforderungen aufgezeigt werden. Anschließend bestand die Möglichkeit, mit den gewünschten Experten individuell in Gespräche zu treten.
Ultradünnes Glas – dünner als ein menschliches Haar und deshalb flexibel – ist ein neuartiges Substrat und Kunststofffolien in vielen Punkten überlegen. Eine Grundvoraussetzung für eine kostengünstige und großvolumige Produktion von „Internet-of-Everything”-Anwendungen ist das Handling von ultradünnen Gläsern mit einem Roll-zu-Rolle-System (R2R). „Dieses Schlüsselproblem konnte durch Kreativität und zahlreiche Versuchsreihen erfolgreich gemeistert werden”, erklärte Uwe Beier, Geschäftsführer und Leiter des Programmbereiches Flexible Materialien des Unternehmen Adenso GmbH.
Ein neues, zum Patent angemeldetes Beschichtungskonzept zur Vakuumabscheidung von Perowskit-Schichten stellte das Unternehmen CreaPhys GmbH vor. Damit lassen sich aktuell bis zu sechs Materialien in der Ko-Verdampfung zeitgleich kombinieren. Als weiteren Schwerpunkt informierten CreaPhys-Mitarbeiter über den Einsatz der weiterentwickelten QUANTIpure® Reinigungstechnologie auf Basis thermischer Vakuumprozessierung.
Flexible OLED-Module ermöglichen viele neue und innovative Anwendungsfelder für den Einsatz als leuchtende Designelemente. Um die Kreativität von interessierten Designern zu unterstützen, stellte das Fraunhofer FEP erstmals auf der LOPEC 2018 ein „OLED Lighting Design Sample Kit” vor, in welchem die einzigartigen Eigenschaften der OLED wie Flexibilität, Segmentierungen, Transparenz, mehrfarbige Flächen, Mischfarben, Muster sowie variable Lichtfarben präsentiert wurden.
Die Kombination aus 3D-Druck (FFF- Fused Filament Fabrication) und Dispensdruck, ultradünne organische Piezosensoren und konturanpassbare organische thermoelektrische Module stellte das Fraunhofer IWS vor. Ebenso wurden Messsysteme für Ultrabarrierematerialien und zur 100% in-line Inspektion von R2R-Prozessen präsentiert.
Vacuum Evaporation Systeme für die OLED Industrie als Inline und Cluster wurden von Sunic System Ltd auf der LOPEC 2018 vorgestellt. Weltweit wurde das erste Inline System für OLED Lighting geliefert. Erfolgreich abgeschlossen wurden die Entwicklungen für lineare Verdampfer bis zu einer Größe von Gen8.
Die VON ARDENNE GmbH demonstrierte einen neuartigen Ansatz für flexible Elektronik. Dieser Ansatz beinhaltet die Abscheidung von transparenten Elektroden auf flexible Glassubstrate im Rolle-zu-Rolle-Verfahren als Basis für die vollständige R2R-Abscheidung von flexiblen OLEDs. Dazu kommen neue Anlagenkonzepte für die Abscheidung von aktiven und Kontaktschichten für verschiedene organische Elektronikanwendungen auf flexiblen und starren Substraten.
Leuchtende und animierte Verpackungen können auch als Sicherheitselement zur Fälschungssicherheit genutzt werden. Die INURU GmbH hat dazu spezielle Tinten entwickelt, die es ermöglichen helle Lichtquellen so einfach wie Farben zu drucken. Die technologische Basis ist dabei die OLED und wird in naher Zukunft das Abspielen von Videos und smarten Inhalten direkt auf Papier ermöglichen. Marcin Ratajczak (GF und Gründer von INURU) präsentierte auf der Business Conference der LOPEC den Marktausblick für gedruckte Displays und Lichtquellen.