Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV): K 2016
Vom 19. bis 26. Oktober 2016 findet die K, die führende Messe für die Kunststoff- und Kautschukindustrie, in Düsseldorf statt. Auch in diesem Jahr ist das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen mit einem eigenen Stand in Halle 14/C16 vertreten. Anhand von zwei Fertigungszellen werden die Forschungsleitthemen des Instituts Leichtbau, additive Fertigung, Kunststoffindustrie 4.0 und integrative Kunststofftechnik vorgestellt und erfahrbar gemacht.
Additive Fertigung – Hybride Fertigungsstrategie von funktionsintegrierten Kunststoffprodukten
Mit einem Konzept zur hybriden Fertigung stellt das IKV das Automatisierungspotenzial der additiven Fertigung vor. In einer Fertigungszelle zeigen die IKV-Forscher die automatische, nacheinander ablaufende Produktion unterschiedlicher Demonstratorbauteile ohne manuellen Eingriff von der CAM-Datei bis zum Versand. Die dazu notwendigen verschiedenen Prozesse werden in einer Anlage digital und physisch vernetzt. Die CAD-Daten werden über ein dazugehöriges Pre-Processing erzeugt.
Neben dem Ausschöpfen des Automationspotenzials liegt der kunststofftechnische Fokus auf der Nutzung eines schneckenbasierten Extruders zur Applikation kleiner Schmelzevolumina. Dadurch können zum einen Standardmaterialien in Granulatform verarbeitet werden, zum anderen bietet der hohe Druck im Düsenvorraum erstmalig die Möglichkeit zur Verarbeitung hochgefüllter Thermoplaste in der additiven Fertigung. Dadurch können mechanische Eigenschaften gesteigert und Schwindungspotenzial sowie resultierender Verzug minimiert werden.
Industrie 4.0 – Variantenreiche Großserienproduktion thermoplastischer Leichtbauteile
Mit insgesamt 13 Partnern aus unterschiedlichen Branchen der Kunststoffindustrie demonstriert das IKV die Umsetzung von Industrie 4.0 in der Kunststoffverarbeitung anhand einer Fertigungszelle zur individualisierbaren Produktion von geschäumten, endlosfaserverstärkten Kunststoff-Hybridbauteilen. Die gesamte Fertigung ist im Sinne des Industrie 4.0-Ansatzes vernetzt und ermöglicht eine lückenlose Dokumentation von der Auftragseinlastung über die Produktionsdaten bis zur nachgeschalteten Qualitätssicherung, die für den jeweiligen Kunden einsehbar ist.
Die Messebesucher können den Produktionsprozess aktiv steuern und sich ein personalisiertes Bauteil aus den Varianten aussuchen und fertigen lassen. Dabei können die Produktionsparameter Schussvolumen, Bauteildicke und Art der Faserverstärkung von Schuss zu Schuss variiert werden.
Das Projekt wird an der laufenden Anlage auf dem IKV-Stand Halle 14/C16 vorgeführt. Die beteiligten Projektpartner sind Arburg, ASS, Georg Kaufmann Formenbau, gwk, Hasco, HRS flow, IOS, Kistler, Krelus, Motan, Sabic, Sensopart und Stäubli.