IVAM: Befragung der europäischen Mikrotechnikbranche zu möglichen Folgen des „Brexit”
Im Zuge seiner jährlichen Wirtschaftsdatenerhebung hat der IVAM Fachverband für Mikrotechnik im Februar 2016 Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Mikro- und Nanotechnik-Branche in Europa befragt, welche Folgen der „Brexit” für sie haben könnte. Vor allem KMU befürchten erschwerte Kooperationsmöglichkeiten.
Die Branchenvertreter in Großbritannien sorgen sich vor allem um ihre Innovationsleistung und die internationale Zusammenarbeit. Ein „Brexit” würde bei Forschungseinrichtungen und innovativen kleinen und mittleren Unternehmen zu Einschränkungen bei den Forschungsaktivitäten führen. Kooperationen mit Partnern außerhalb Großbritanniens müssten neu verhandelt werden und die Finanzierung gemeinsamer Projekte wäre auf beiden Seiten unsicher.
Für Hightech-Unternehmen in anderen europäischen Staaten ist Großbritannien oft kein erfolgsentscheidender Markt. Daher bereitet ihnen die mögliche Loslösung Großbritanniens aus der EU weniger Sorgen. Doch immerhin rechnet auch hier ein gutes Drittel mit negativen Folgen für das eigene Geschäft bzw. für die Forschungsleistung. Während die Befragten in anderen europäischen Ländern vor allem Nachteile für die britische Industrie voraussagen, sehen die Briten neben sich selbst auch die übrige EU als Verlierer in einem „Brexit”-Szenario.
Wirtschafts- und Finanzexperten warnen seit langem vor einem Rückzug Großbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt: Ein „Brexit”, so heißt es, würde das Wirtschaftswachstum in Großbritannien und in der EU ausbremsen und langwierige Neuverhandlungen von Handelsbeziehungen erforderlich machen. Zahlreiche Handelsabkommen, die die EU abgeschlossen hat, wären für Großbritannien nicht mehr gültig.