Kunststoff-Institut Lüdenscheid: Neues Ausbildungskonzept zur Fachkräftesicherung
Das „go-cluster”-Mitglied Kunststoff-Institut Lüdenscheid investiert über 5 Mio. Euro am Standort Lüdenscheid in ein neu konzipiertes Polymer Training Centre (kurz PTC). Damit verbunden ist ein in dieser Art und Ausrichtung einmaliges Aus- und Weiterbildungskonzept speziell für die Kunststofftechnik. Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid bringt die Region Südwestfalen bzw. Nordrhein-Westfalen einmal mehr mit Kunststoff in direkten Zusammenhang.
Die Übergabe des Zuwendungsbescheides erfolgte am 16. Januar 2015 in Anwesenheit von Matthias Poschmann (Vorsitzender der Trägergesellschaft und Vorsitzender des Aufsichtsrats des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid), Dieter Dzewas (Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid), Thomas Eulenstein (Geschäftsführer Kunststoff-Institut Lüdenscheid), Garrelt Duin (Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen), Stefan Schmidt (Geschäftsführer Kunststoff-Institut Lüdenscheid) und Thomas Gemke (Landrat des Märkischen Kreises) (siehe Foto von links nach rechts). Mit der Übergabe durch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin wurde nun der offizielle Startschuss für den Bau des Polymer Training Centre (kurz PTC) gegeben. „Nur durch die großzügige Förderung des Landes und durch die hervorragende Unterstützung seitens des Wirtschafts- und Arbeitsministeriums während der Antragsphase, ist diese Idee nun Wirklichkeit geworden.” so Geschäftsführer Stefan Schmidt.
„In Lüdenscheid soll unter diesem Titel ein neues und einzigartiges Schulungsangebot speziell für die Kunststofftechnik aufgebaut werden und das umfassende Qualifizierungsangebot des Kunststoff-Instituts sinnvoll ergänzen. In Zusammenarbeit mit den Bildungsträgern wie Kammern, Berufskollegs und Hochschulen werden wir ganz neue Wege in der Wissensvermittlung beschreiten”, erläutert Projektleiter Torsten Urban.
Als Zielgruppenorientierungen sind Erstausbildungen (in Kooperation mit den Schulen, den IHKs, den Berufskollegs und Fachhochschulen) und Weiterbildungen (direkt mit der Industrie, mit den IHKs und weiteren Ausbildungsstätten) geplant. Die angebotenen Maßnahmenverteilungen werden zu ca. 70% in Erstausbildung und zu 30% in Aus- und Weiterbildung erfolgen. Während die berufliche Aus- und Weiterbildung eher im bestehenden Bereich des Institutes stattfinden wird, werden die neuen Angebote im neu zu schaffenden PTC-Gebäude umgesetzt werden.
Die Schwerpunkte der sogenannten Erstausbildung sollen insbesondere in den Bereichen gesetzt werden, die in anderen Ausbildungsstätten oder den Unternehmen selbst nicht angeboten werden können, da es sich dort um reine Fertigungsmaschinen handelt, auf denen keine Ausbildung betrieben werden kann. Dies sind:
- Produktionsschulungen mit neuester Maschinen- und Peripherietechnik
- Schulungen an Automatisierungsanlagen
- Oberflächen- und Beschichtungsverfahren
- Material- und Oberflächenprüftechnik
- CAE-Konstruktion und Simulation
- Einführung neuer Sondertechnologien der Kunststofftechnik
Für die betriebliche Weiterbildung mit einer facharbeiternahen Ausbildung hingegen sind folgende Schwerpunkte geplant:
- Hauptschüler ohne Abschluss, da die Noten im schulischen Teil zu schlecht waren, sie jedoch praktisch gut veranlagt sind und ein gutes technisches Verständnis haben
- Unternehmen, die eine größere Anzahl von Mitarbeitern punktuell freisetzen, sollten angesprochen werden, um den Mitarbeitern Perspektiven aufzeigen zu können
- Prüfung der Einbindung in Sozialpläne möglich, z. B. durch Transfergesellschaften
Und bei den bachelornahen Ausbildungen kommen diese in Betracht:
- Personen, die keinen Bachelor-Abschluss machen (können), da z. B. die Zugangsberechtigung zum Studium nicht vorhanden ist
- Studienabbrecher, denen bei ihrer Exmatrikulation bereits „automatisch” ein Hinweis auf die ingenieurnahe Weiterbildungsmöglichkeit gegeben wird
- Unternehmen, die eine größere Anzahl von Mitarbeitern punktuell freisetzen, sollten angesprochen werden, um den Mitarbeitern Perspektiven aufzeigen zu können
Leben, nicht nur Lernen
Neben der reinen Vermittlung von praktischen und theoretischen Lerninhalten soll im Umfeld des PTC auch die Unterbringung und die Verpflegung der Teilnehmer organisiert werden. Somit werden Schüler, Studenten (national und international) und Firmenmitarbeiter gemeinsam im PTC arbeiten und hier nicht nur die Kunststofftechnik, sondern auch die Region lieben lernen.