Italien

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Distretti industriali – Industriedistrikte

In Italien sind in den 1980er Jahren „Distretti industriali“ – sogenannte Industriedistrikte – ohne Förder- oder Begleitprogramme entstanden und stellten dort eine neue Form der Regionalentwicklung in vernetzten Strukturen dar. Die Besonderheit von Industriedistrikten liegt in einer starken horizontalen Kooperation zwischen den Unternehmen, wobei die Unternehmen gleichzeitig in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen. Sie sind in traditionellen Sektoren und häufig auf ein bestimmtes Endprodukt spezialisiert wie z. B. Schuhe, Bekleidung, Möbel, Haushaltsprodukte, Konsumgüter, etc. 1995 wurde dann ein „Club der Industriedistrikte“ gegründet mit dem Ziel, die Sichtbarkeit der Distrikte im politischen Kontext zu erhöhen und Erfahrungen auszutauschen. Derzeit gibt es etwa 200 solcher Industriedistrikte.

Programm zur Entwicklung und Stärkung der nationalen Technologiecluster („Cluster Tecnologici Nazionali”)

Im Jahr 2012 hat das Ministerium für Bildung, Universität und Forschung (MIUR – Ministero dell’Istruzione, dell’Università e della Ricerca) ein Programm zur Entwicklung und Stärkung der nationalen Technologiecluster („Cluster Tecnologici Nazionali”) ins Leben gerufen. Die „Cluster Tecnologici Nazionali“ setzen sich aus Technologieunternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen und regionalen Innovationsakteuren zusammen, die sich durch eine starke Clustermanagement-Organisation von den Industriedistrikten unterscheiden. Acht Cluster wurden ausgewählt und 30 FuE-Projekte im Wert von rund 266 Millionen Euro wurden finanziert.

Die Clusterpolitik in Italien spielt sich hauptsächlich auf regionaler Ebene ab: Beispielsweise wurden in der Region Lombardei 2014 neun Cluster in den Bereichen grüne Chemie, Lebensmittel, Umwelt, Lebenswissenschaften, Smart Communitys, Verkehr und Mobilität, Luftfahrt, Energie und intelligente Fabrik anerkannt.

Stand: Juli 2016