Meldung
16.07.2017

Strategische Partnerschaft Sensorik: Wissensmanagement nachhaltig einführen

„Es geht nicht um IT-Systeme, sondern um Organisationsentwicklung!”

Wissensmanagement braucht System – aber nicht nur ein IT-System. Die Daten und Informationen, die uns neue Technologien zu jeder Zeit an jedem Ort bereitstellen, muss der Mensch als Wissensträger in Wissen umwandeln können. Das HR-Expertenforum der Strategischen Partnerschaft Sensorik warf am 11. Juli 2017 in drei Impulsvorträgen einen kritischen Blick auf den Umgang mit Wissen, Daten und Informationen in der Arbeitswelt.

Motivation der Beschäftigten – nicht der Invest in teure IT-Systeme – sei ein kritischer Faktor. Das war eine Quintessenz des siebten HR-Expertenforums des Sensorik-Netzwerks. Die bundesweit anerkannten Experten diskutierten rund um das Thema „Wissensmanagement in der modernen Arbeitswelt”. Mit vertreten war das Knowledge-Management von Continental Regensburg, das einen Einblick in die Praxis gewährte.

Das HR-Expertenforum des Strategischen Partnerschaft Sensorik e. V. hat sich mittlerweile als Plattform für alle, die sich mit den Trends der Arbeitswelt aktiv auseinandersetzen und sich neue Impulse für die eigene Arbeit holen wollen, etabliert. Bereits zum siebten Mal nahmen zahlreiche Vertreter aller Branchen sie Möglichkeiten wahr, ihr Netzwerk zu erweitern und sich unternehmensübergreifend auszutauschen – im Fokus in diesem Jahr: Wissensmanagement in der modernen Arbeitswelt.

Hausaufgaben beim Materialmanagement gemacht – beim Wissensmanagement noch nicht

Daten und Informationen sind allzeit und in einer riesigen Menge verfügbar. Doch allein dies bedeutet noch lange nicht, dass Beschäftigte dadurch auch tatsächlich über mehr Wissen verfügen. Hier müsse man klar differenzieren: „Leute sprechen meist über Informationen und meinen Wissen”, lauteten die eröffnenden Worte von Dr.-Ing. Wolfgang Sturz vom Institut für Management & Kommunikation. Bei seinem Vortrag stellte der Unternehmer, Wissensmanager und promovierter Maschinenbauer unter dem Motto „Wissens-, Daten- und Informationsmanagement – 4. Produktionsfaktor?” den Mensch als Wissensträger in den Vordergrund. Auf Basis der vorhandenen Information kann er Wissen entwickeln, ausbauen und sich Erfahrungswissen aneignen. Dass die erforderlichen Informationen für die Generierung von Wissen vorhanden sind, sei jedoch noch langer keine Selbstverständlichkeit heutzutage.

Das Phänomen der selektiven Wahrnehmung, das natürlich beim menschlichen Dasein unverzichtbar sei, müsse in diesem Bereich auch bedacht werden: „Informationen sind oft verfügbar, werden aber nicht gesehen oder gefunden.” Wissensmanagement in Unternehmen strukturiert einzuführen, bedeute eben nicht einfach nur eine neue Software zu installieren. Es handle sich nicht um IT-, sondern um Organisations- und Personalentwicklungsprozesse – getragen von allen Beschäftigten. „Der IT-Verantwortliche ist nicht derjenige, der Wissensmanagement einführt!”

Informationshierarchien kehren sich um in der modernen Arbeitswelt

Dass sich Informationshierarchien in der modernen Arbeitswelt umkehren, gab Sturz in diesem Kontext auch zu Bedenken. „Früher wusste der Meister alles, nun weiß der Lehrling alles“, so der Experte. Motivation stelle einen entscheiden Faktor für die Nachhaltigkeit hierbei dar, nicht des Geld, das zum Teil in teure IT-Systeme gesteckt werde. „Informationsmanagement denkt schließlich nicht für Sie”, so sein Schlusswort.

Um Routinen zu verlassen, weicht Conti in diesem Kollektiv des Wissensmanagements auch von gewohnten Praktiken ab. Statt klassischen Workshops wird „Lego Serious Play” genutzt, eine interaktive Methode, um Beschäftigte zur Mitarbeit in Workshops zu motivieren. Den Erfolg dieser Methode verspürt man schnell auch am eigenen Leib: „An Inhalte und Projekte, die wir hier bearbeitet haben, konnte ich auch noch nach einem Jahr bestens erinnern – wann ist das schon der Fall bei Workshops mit Einsatz der Pinnwand und Kärtchen?”

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