Meldung
18.02.2016

„go-cluster” in Zahlen und Fakten: Immer mehr zentral gesteuerte Clusterinitiativen gehören zu den leistungsfähigsten Innovationsverbünden in Deutschland

Sowohl die Art der Steuerung eines Innovationsclusters als auch die Form der Informationsverbreitung und der Zusammenarbeit innerhalb der Clusterinitiative tragen maßgeblich zu deren erfolgreicher Arbeit bei. Dabei zeigt sich, dass sich in den Clusterinitiativen in Deutschland eine starke Steuerung mit zentralem Kooperationsmanagement immer mehr durchsetzt.

In der Clusterpraxis gibt es viele Formen der strategischen Steuerung von Clusterinitiativen. So heterogen wie die Clusterlandschaft ist, so heterogen sind auch die Steuerungsformen. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede, so dass sich drei übergeordnete Steuerungsformen identifizieren lassen. Die drei gängigen Steuerungsformen, wohl wissend, dass es auch Mischformen gibt, sind: zentrale bzw. dezentrale Steuerung sowie diejenige, bei der das Clustermanagement als externer Vermittler fungiert. In einer stark zentral gesteuerten Clusterinitiative übernimmt das Clustermanagement klare Aufgaben, Rollen und Verantwortungen, ist Impulsgeber und steuert strategische Entscheidungsprozesse. Dies geschieht in der Regel in enger Zusammenarbeit mit einem Steuerkreis, der die Entscheidungsprozesse mitführt und leitet sowie das Clustermanagement in der Umsetzung des Strategieplans und dessen Erfolgscontrolling unterstützt. Die Clusterakteure tragen diese Entscheidungen mit und haben Mitsprache- und Vetorecht.

Schaut man sich die Steuerung von 63 Innovationsclustern des Programms „go-cluster“ genauer an, stellt man fest, dass sich in letzter Zeit immer mehr Clusterinitiativen zu einem stark gesteuerten Kooperationsverbund entwickelten. Waren es 2010/11 nur 25 Innovationscluster (knapp 40 %), bestätigten 2014/15 schon 40 Clusterinitiativen (63 %), dass das Clustermanagement die zentrale Organisationseinheit für den Großteil der Themen, Prozesse, die Informationsverteilung und Abstimmungsverfahren ist.

Einhergehend mit den Steuerungsformen des Clustermanagements entwickeln sich gleichsam verschiedene Formen des Kooperationsmanagements und des damit verbundenen Informationsflusses innerhalb einer Clusterinitiative. Die häufigste – komplementär zur starken Steuerung – ist die zentrale Form des Kooperationsmanagements. Dabei fungiert das Clustermanagement gegenüber den Clusterakteuren als eine Art Hub – also als zentrale inhaltliche „Verteilstelle“ und Impulsgeber. Das Clustermanagement initiiert hier häufig die Kooperationen zwischen den Clusterakteuren und lenkt aktiv den Wissenstransfer. Daraus entsteht eine sternförmige Struktur der Informationsverteilung. Zwischen den Jahren 2010 und 2015 hat diese Kooperationsform stark zugenommen. Während 2010/11 nur 25 Cluster (40 %) diese Form des Kooperationsmanagements lebten, waren es 2014/15 bereits 40 Cluster (63 %).
Abgenommen hingegen hat das dezentrale Kooperationsmanagement von 25 Clusterinitiativen (40 %) 2010/11 auf 11 Clusterinitiativen (18 %) 2014/15. Hier hat das Clustermanagement zwar auch einen Einfluss auf die Kooperationen zwischen den Clusterakteuren, ist aber nicht der hauptsächliche Initiator. Die Kooperationen entstehen also eher auf Initiative der Clusterakteure.
Insgesamt am wenigsten vertreten ist das Kooperationsmanagement, bei der das Clustermanagement nur als externer Vermittler arbeitet (sowohl 2010/11 als auch 2014/15: 12 Cluster [19 %]). Hier wirkt das Clustermanagement eher als administrative Unterstützung und ist ansonsten mehr oder weniger losgelöst von den Netzwerkaktivitäten der Clusterakteure. Eine Einflussnahme auf die Innovationszyklen innerhalb des Clusters seitens des Clustermanagements ist mit dieser Form normalerweise nur sehr schwer möglich. Nur noch wenige Clusterinitiativen scheinen deshalb in dieser Form miteinander zu arbeiten.

Die dargestellten Werte beruhen auf Auswertungen von 63 Benchmarkings der Clustermanagement-Organisationen im Programm „go-cluster” nach den Kriterien der European Cluster Excellence Initiative (ECEI), die in den Jahren 2010/11 bzw. 2014/15 durchgeführt wurden.