Meldung
16.10.2015

Forschungskuratorium Textil: Publikation zu textiler Medizintechnik

Das Forschungskuratorium Textil (FKT) hat den Bereich der textilen Medizintechnik erschlossen und hierzu eine Broschüre veröffentlicht. Die Publikation gibt erstmals einen umfassenden Überblick über aktuelle und perspektivische Anwendungsfälle textiler Produkte für Prophylaxe, Therapie und Pflege.

Ein Therapiehandschuh für Schlaganfallpatienten, eine textile Gebärmutter für Frühchen und die erste textile Herzklappe: Diese und weitere Beispiele faserbasierter Neuentwicklungen rund um Implantate, Therapiehilfen und Wundversorgung präsentiert die aktuelle Broschüre „Hightex für die Medizin” des Forschungskuratoriums Textil e. V. (FKT) und des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie (t+m).

Neben innovativen Klassikern wie Wundauflagen, Mullbinden und Nähfäden werden in der Broschüre auch neuartige textile Gefäßprothesen, Implantate und Therapiehilfen vorgestellt. Nach thematischen Schwerpunkten wie Haut, Knochen & Knorpel oder Monitoring wird ein Querschnitt der textilen Forschung zu künftigen Medizinanwendungen präsentiert, darunter die gezielte Wirkstofffreigabe im Körper des Patienten (Drug Delivery) durch textile Implantate, die intelligente Überwachung und Beschleunigung des Heilungsverlaufs von Wunden mittels Sensoren, der Knochenersatz durch Keramikfasern oder die körpernahe Erfassung von Vitalparametern.

Die Medizintextilforschung bildet seit den 1970er-Jahren einen Schwerpunkt in zahlreichen Branchenforschungsinstituten. Von Pionieren dieses Bereichs wie Prof. Dr. Heinrich Planck am größten europäischen Textilforschungsstandort in Denkendorf begonnen, werden MedTex-Entwicklungen heute von zahlreichen der derzeit 16 unter dem Dach des FKT zusammengeschlossenen Institute – bei jenen in Aachen, Bönnigheim, Denkendorf und Dresden sogar mit eigenen Forschungsbereichen – im Verbund mit Medizinern, Biologen und Biotechnologen weiter vorangetrieben. In der Broschüre kommen Textilforscher zu ihren Innovationen ebenso zu Wort wie Mediziner zu den Chancen, Zulassungsexperten zu den Markeintrittsrisiken und Nachwuchswissenschaftler zu den Potenzialen künftiger faserbasierter Medizinprodukte.

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